Wie macht ihr das mit der Elternzeit?

STAFFEL 1

FOLGE 35

Bonus-Folge: Unsere Erfahrungen mit der Elternzeit

Apr. 16, 2026 | Podcastfolge | 0 comments

Elternzeit - Einzigartig, faszinierend, anstrengend, schlaflos, emotional! In dieser Bonus-Interview-Folge sprechen wir über diese ganz besondere Episode im Elternleben. Zu Gast ist Tina, alias „Deutsche Reddit“. Tina hat unseren Podcast gefunden, gehört und uns dann mitten in der Nacht (um 1:16 Uhr) angeschrieben, weil sie ihr Kind in den Schlaf getragen hat.

Zusammenfassung

„Und, wie macht ihr das mit der Elternzeit?“ – Eine der ersten Fragen, die Paare gestellt bekommen, sobald sie schwanger sind. Direkt nach: „Und, habt ihr schon einen Namen?“

Elternzeit - Einzigartig, faszinierend, anstrengend, schlaflos, emotional! In dieser Bonus-Interview-Folge sprechen wir über diese ganz besondere Episode im Elternleben. Zu Gast ist Tina, alias „Deutsche Reddit“. Tina hat unseren Podcast gefunden, gehört und uns dann mitten in der Nacht (um 1:16 Uhr) angeschrieben, weil sie ihr Kind in den Schlaf getragen hat.

Und die Elternzeit hat bei Tina dafür gesorgt, dass sie ein Projekt umsetzen konnte: Einen eigenen Podcast. Der heißt „Deutsche Reddit“ und ist inzwischen richtig erfolgreich. Wir sprechen mit ihr über diese Side-Hustles in der Elternzeit, weil zu 100% „nur“ Kinder auch nicht gut ist. Über die Unterschiede zwischen Männer und Frauen und die Generationenfrage. Was hat die Elternzeit mit uns gemacht? Und wie würden wir sie aufteilen, wenn alles möglich wäre?

Wie geht ihr die Elternzeit an? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Danke für den Besuch, Tina!

Keywords

Elternzeit, Schlafphasen, Work-Life-Balance, Elternschaft, Geld, Kinderbetreuung, Karriere, Selbstständigkeit

Kapitel

00:00 Einführung in die Elternzeit und Herausforderungen

00:37 Wenn die Kinder nicht schlafen wollen

04:58 Was macht ihr in der Elternzeit?

10:00 Was macht die Elternzeit mit euch?

15:32 Elternzeit: Wer bleibt zuhause?

17:24 Rückkehr zur Arbeit: Herausforderungen und Unsicherheiten

19:29 Mit wie viel Prozent zurück zur Arbeit?

24:48 Hobbys und Selbstverwirklichung während der Elternzeit

26:11 Trimmt die Gesellschaft uns zur Karriere?

27:20 Historische Perspektiven auf Kindererziehung

30:51 Die Rolle von Geschlechterverhältnissen in der Elternschaft

33:52 Die positiven Seiten der Elternschaft

37:56 Eltern-Kind-Bindung braucht eine Zeit

41:29 Elternzeit: Ein notwendiger Prozess

 Deutsche Reddit Podcast - https://open.spotify.com/show/6qCC3J478Xo1eYGrMWOZlV

TRANSKRIPT

Daniel Schwingenheuer (00:02.138)
Und wie macht ihr das jetzt eigentlich mit dieser Elternzeit? Wie häufig, Leute, habe ich diese Frage gehört. Herzlich willkommen zur neuen Folge, alle guten Dinge, Rufen und Daniel am Start.

Rouven (00:11.584)
Hallo zusammen, aber heute sind wir nicht alleine, denn wir haben zum ersten Mal einen Gast in unserem Podcast. Willkommen Tina.

Tina (00:19.21)
Hallo!

Daniel Schwingenheuer (00:21.737)
Wir sind rund um diesen Podcast natürlich auch häufiger auf Reddit unterwegs, um eure Ansichten und Aspekte mit aufzunehmen in unsere Folgen. Und da haben wir irgendwann eine Nachricht bekommen, die ging folgendermaßen los. Ich schreibe euch gerade mitten in der Nacht, weil ich mein eigenes Kind in den Schlaf trage. Ich habe nochmal nachgeschaut, Tina. Das war 1 Uhr 16. Ist das so eine normale Uhrzeit bei euch?

Tina (00:22.158)
Ciao!

Tina (00:43.5)
Mhm. Deswegen hatte ich das Gefühl, mich rechtfertigen zu müssen.

Das war, glaub ich, die vier- oder sechsmonatsregression. Es war für zwei Wochen unsere normale Uhrzeit.

Daniel Schwingenheuer (00:57.928)
Und hatte das Kind da schon geschlafen und war wieder wach oder hat das noch gar nicht erst geschlafen?

Tina (01:02.702)
Ich glaube, es hatte schon geschlafen. Das war diese Phase, wo das Kind normal relativ früh eingeschlafen ist, aber dann nicht aus der Trage abgelegt werden konnte. Es ist nur in der Trage eingeschlafen. Wenn ich es abgelegt hab, ist es wieder aufgewacht. Ab 1 Uhr morgens war es meistens relativ safe. Aber da mein Partner hier arbeitet, will ich ihm kein schreiendes Kind nachts eins ins Bett legen. Deswegen war ich immer bis halb zwei oder zwei morgens unterwegs, damit ich das Kind sicher ins Bett bringen kann, ohne dass irgendwer geweckt wird.

Rouven (01:13.408)
Hmmmm.

Daniel Schwingenheuer (01:30.593)
Junge, Junge. Habt ihr so eine Phase gehabt, Rufen?

Rouven (01:33.565)
Was? Ja, ich wollte gerade fragen, was hast du denn dann gemacht in der Zeit mit dem Kind? Nur rumlaufen oder irgendwie?

Tina (01:41.454)
Also anfangs

bis es irgendwann geschlafen ist. Und dann irgendwann, wenn es relativ tief geschlafen ist, hab ich meistens halt einen Podcast angemacht oder eine Serie. Ich hab mich aber nie getraut, den Fernseher anzumachen, sondern es war immer am Handy und Kopfhörer. Aber dabei rumgelaufen, also dabei rumgelaufen.

Daniel Schwingenheuer (02:00.264)
Hahaha

Rouven (02:01.081)
Ja, Bewegung ist da unfassbar. Also mein Rekord ist, ich weiß nicht, ihr das... Ich glaub, du kennst das vielleicht noch nicht. Es gibt so ein Lied, wir gehen heute auf Löwenjagd, und da geht man im Kreis beim Kindertanzen. Und dann bin ich... Ich war noch... Nein. Und ich war dann fast schon... Ich war dann fast schon dreistellig, wie oft ich das gesungen hab, weil ich bin immer wieder den Couchtisch rum. Und es war ein Abend, wo...

Daniel Schwingenheuer (02:15.624)
Ich kenn's auch nicht, sing mal.

Tina (02:15.661)
Mmh.

Rouven (02:28.186)
erst das eine Kind nicht schlafen wollte und dann das andere Kind nicht schlafen wollte und das war dann das zweite und irgendwann war so der Wahnsinn, irgendwann wusste man nicht mehr, weil das war dann in viereinhalb Stunden im Sommer und dann bin ich halt wirklich immer den Wohnzimmertisch im Kreis und hab immer wieder den Refrain gesungen. Immer wieder und irgendwann klappte so der eine kleine Arm runter und wurde schlapp. Und jetzt hast du verloren, Kind. Es ist immer noch im Kopf fest, Lied, du wirst es auch kennenlernen, wenn du mal zum Kindertanzen gehst.

Tina (02:32.173)
Hmm...

Daniel Schwingenheuer (02:46.152)
Hahaha

Daniel Schwingenheuer (02:54.024)
Uff!

Tina (02:55.206)
yeah.

Rouven (02:56.007)
Ja, bei uns ist Singen immer das ultimative irgendwann. Ich glaube, die wollen dann flüchten aus der Situation.

Tina (03:03.527)
Ja, ich hab's nie probiert mit Singen, ich, also ich bin früher im Schulkorr gewesen und bin dann aber rausgeflogen. Dann war ich eine Weile im Schulorchester, dann bin ich da auch rausgeflogen. Deswegen hab ich mich ehrlich gesagt noch nicht so viel zu singen getraut.

Rouven (03:09.12)
auch also ich nicht

Daniel Schwingenheuer (03:18.056)
Aber es sind so diese Entscheidungen, also die, ich glaube, jedes Elternteil kennt die, wo man sich denkt, so ganz komfortabel für mich ist jetzt gerade nicht, das Kind schläft aber irgendwie in der Trage und dann fragt man sich, will ich diese Situation, wo ich immerhin Podcast hören kann und es gerade ruhig ist, will ich die dafür aufgeben, dass es eventuell noch viel, besser wird, weil das Kind dann im Bett liegt oder es aber viel, viel schlechter wird, wenn man von vorne anfängt, weil das Kind plötzlich wieder völlig wach ist und das ist...

Jedes Mal so ein Gampel. Wirklich hier.

Tina (03:47.87)
Ja. Ich lass das Kind, wenn's Richtung Abend geht, immer noch locker eine Stunde in der Trage. Seit das Kind vier, fünf Monate alt ist, trage ich's immer auf dem Rücken statt vorm Bauch. Absoluter Gamechanger, 10 Kilo auf dem Rücken ist völlig egal, das merkst du gar nicht. Und dementsprechend ... Hier hab ich einen kleinen Rucksack. Ich kann mich auf den Stuhl setzen, ich dreh den dann sitz ich da über die Lehne gelehnt. Voll geil.

Daniel Schwingenheuer (04:02.984)
Hmm.

Rouven (04:03.185)
Wie so kleiner Rucksack.

Rouven (04:10.208)
Wichtig!

Daniel Schwingenheuer (04:10.631)
Hehehehehe

Daniel Schwingenheuer (04:15.178)
Sehr schön, schöne Bilder. Nee, aber ich auch nicht.

Rouven (04:15.392)
habe ich nie gemacht auf dem rücken ich habe mal überlegt ob man mit den zwillingen eins auf den rücken und eins nach vorne macht oder so und habe ich gedacht ja das sind jetzt 12 kilo 12 kilo ja gut das gleicht sich aus aber

Tina (04:21.427)
Ja, macht das, es ist ein Gamechanger.

Tina (04:28.959)
Also, mein Kind wiegt jetzt zehn Kilo, das ist immer noch völlig okay. Ist nicht so groß, also, das wird schon.

Rouven (04:33.661)
Aber ich dachte, dann kann ich halt nichts mehr machen, weil dann ist halt, muss man irgendwie so hinten das Kind, vorne das Kind und wenn dann was schief geht, aber...

Tina (04:39.753)
Mit Zwillingen und mit Kind vorne ist schon nervig. Aber du könntest zumindest eins wegsperren. Wenn eins nicht auf sein Leben klarkommt, schmeißt es dir auf den Rücken. Vielleicht kannst du das andere ablegen.

Rouven (04:51.776)
Die laufen hier.

Daniel Schwingenheuer (04:53.317)
Also ich glaub die Genialität des Gedankens ist noch nicht ganz bei Rufen angekommen. Ich das ja gerade richtig deute.

Rouven (04:57.28)
Es ist zu spät jetzt für mich. Ich hätte das früher machen müssen. Die laufen ja jetzt. Deswegen ist der Zug abgefahren.

Tina (05:00.426)
Ja.

Ja, dann ist egal. Kann sich selbst in Schlaf laufen.

Daniel Schwingenheuer (05:05.943)
Leute, wir sprechen heute über Elternzeit. Wir haben uns vor allem auch deswegen dafür entschieden, weil sich bei dir, Tina, durch diese Elternzeit ein richtig erfolgreiches Projekt entwickelt hat. Du hast angefangen, einen Podcast zu machen und dieser Podcast heißt Deutsche Reddit. Erzähl doch mal, wie ist es dazu gekommen? Was hat das mit Elternzeit zu tun?

Tina (05:26.413)
Mit Elternzeit nur so bedingt. Ich hab jetzt halt quasi Zeit dafür, das zu machen. Ich hab das Ganze im Beschäftigungsverbot angefangen. hatte dadurch, dass ich vor meiner Schwangerschaft mit dem Kind jetzt zwei Abgänge hatte, quasi von Anfang an Risikoschwangerschaft und war dann relativ früh im Beschäftigungsverbot. Und wir sind da auch noch umgezogen. Das heißt, ich war in einem neuen Ort, ich kannte niemanden. Geburtsvorbereitungskurs hatte noch nicht angefangen und ich hatte auch keinen Job oder so, wo ich Leute hätte kennenlernen können. war wirklich ...

Daniel Schwingenheuer (05:33.991)
Hm.

Tina (05:55.118)
nur in dieser uneingerichteten Wohnung allein zu Hause, was superdeprimierend war. Und ich dachte mir, okay, irgendwie, bin ein kreativer Mensch, ich mach gern Sachen, ich muss jetzt irgendwas Kreatives machen, mit Leuten in Verbindung zu kommen. Und dann dachte ich mir, ich hör viele Podcasts, es gibt irgendwie gar nicht so viele deutsche Reddit-Podcasts, deswegen mach ich einen. Wie nenn ich den? Deutsche Reddit. War jetzt nicht so der kreativste Prozess, aber ...

Daniel Schwingenheuer (06:18.118)
Hehehehehe

Rouven (06:18.526)
Die einfachste Lösung, weiß man was man bekommt sofort.

Daniel Schwingenheuer (06:23.635)
Ja, ja, ja.

Tina (06:26.232)
Ja? Und alle sind immer so, ja, aber das ist grammatikalisch falsch. Ja, aber ich kann's jetzt auch nicht mehr ändern. Wir müssen jetzt alle tapfer bleiben. heißt jetzt einfach so. Genau, ich hab dann angefangen. Es ist halt so ein ganz normaler Reddit-Podcast. Ich lese Geschichten vor, lese die Kommentare vor und kommentier das Ganze dann noch selbst so ein bisschen. Und ja, es ist nach wie vor ein kleiner Podcast. Ich hab so 1.000 Abonnenten, 1.000 Hörer am Tag.

Daniel Schwingenheuer (06:33.895)
Das

Tina (06:50.845)
Aber ich find's eine tolle Community, ich krieg viele Kommentare. Die Leute schreiben mir inzwischen auch tatsächlich Geschichten, wo sie meine Meinung hören wollen, was ich krass finde. Und ja, also für mich persönlich läuft's gerade sehr, gut, hab ich das Gefühl. Und mal gucken, wie das dann weitergeht, wenn ich halt wieder arbeiten gehe. Aber das ist ein Problem für Zukunft, Tina.

Daniel Schwingenheuer (07:11.239)
Aber voll krass, also du bringst ja auch sehr häufig Folgen raus. Wie kriegst du das hin mit kleinem Kind? Oder ist dir Schlüssel, dass das Kind eben noch klein ist?

Tina (07:21.631)
Das weiß ich nicht, ich hatte ja noch nie ein größeres Kind. Also ich lade dreimal die Woche hoch. Und bisher klappt das eigentlich ganz gut. Das Kind beschäftigt sich dann halt selber und spielt irgendwie. Das einzige Problem ist, dass mein Mikrofon halt bunt ist. Das heißt, das darf es nicht zu sehen kriegen. Sonst ist vorbei. Aber üblicherweise ist das halt da und du kloppt irgendwelche Sachen aufeinander. Man hört es auch manchmal im Hintergrund. Ich versuche das halt zu reduzieren, weil es halt für Hörer, glaube ich, nicht so schön ist, aber ...

Rouven (07:35.718)
Daniel Schwingenheuer (07:35.781)
Hehehehehe

Tina (07:50.249)
Bisher klappt's ganz gut, das macht sein eigenes Ding, ich mach mein Ding. Ich nehm auch immer nur gute halbe Stunde auf. Das krieg ich immer irgendwo unter.

Daniel Schwingenheuer (07:58.885)
Ja, voll spannend eigentlich, also auch wenn das bei dir jetzt irgendwie bedingt dann mit der Elternzeit zu tun hat, ist es natürlich trotzdem ein Projekt, was man dann umsetzt in dieser wirklich besonderen Zeit im Leben, wo plötzlich alles anders ist. wo man dann von dem, was man vorher gemacht hat, aus dem Job irgendwie raus ist von jetzt auf gleich und sich dann irgendwie denkt, 100 Prozent nur Kinder geht dann auch nicht. Irgendwas muss passieren.

Tina (08:28.157)
Ja, fand ich, also 100 Prozent nur Kind ist halt schon irgendwie deprimierend oder nicht. Also der Partner ist ja auch den ganzen Tag auf der Arbeit. Also jetzt aus weiblicher Perspektive ist man ja wirklich den ganzen Tag mit diesem Kind alleine. Und wenn wir ehrlich sind, ein Baby ist ein mittelmäßiger Gesprächspartner. Also die Themen werden irgendwann knapp.

Daniel Schwingenheuer (08:45.733)
Ein guter Zuhörer, kannst du ihm alles erzählen. Rufen hattest du solche Side-Hustles da in der Elternzeit? du dir irgendwas vorgenommen?

Tina (08:49.357)
Das auf jeden Fall!

Rouven (08:58.871)
Meistens war es ja dann noch irgendwas am Haus renovieren und man muss ja auch ehrlich sagen, bei mir war es so, habe bei der großen zwei Mal einen Monat genommen und bei den kleinen zwei Mal eine Monat Elternzeit genommen, ein bisschen Urlaub links, rechts, Das ist ja eigentlich wie ein verlängertes Urlaub. Also die erste Elternzeit ist ja dann, wenn die Kleinen nach Hause kommen, dann ist man ja noch mit den Kleinen beschäftigt, dann ist das ja auch noch alles neu, man hilft, unterstützt, keinen Schlaf. Und die zweite Elternzeit ist meistens, dass man irgendwie nochmal Urlaub machen kann oder so ein bisschen Luft hat, dass man mal Zeit für die Kleinen hat.

Aber ich glaube, diese lange Phase, also das ist was ganz anderes, wenn man diese lange Phase hat, wo man acht, neun Monate, du vorher hast du noch das Beschäftigungsverbot gehabt, das heißt da warst du ja auch schon rausgezogen. Das heißt, du hast dann ja, wenn du ein Jahr lang getan hast, fast zwei Jahre wo du raus bist. Und das ist ja was ganz anderes, als wenn man mal so anderthalb, dann bist du ja so punktuell sonst mal raus. Ich glaube, das kann man gar nicht vergleichen miteinander.

Tina (09:44.731)
Ja, anderthalb Jahre.

Daniel Schwingenheuer (09:52.779)
Naja, es ist schon krass ne, also 8-9 Monate bzw. dann anderthalb Jahre, ich mein dazwischen ist dann halt noch die Geburt, ist man sowieso für ein paar Wochen halt in einem ganz anderen Film, aber das ist schon richtig, richtig lang. Tina, was macht das mit dir?

Tina (10:08.045)
Schwer zu sagen. finde, so ein Kind zu bekommen hat meine Prioritäten einfach sehr krass verschoben. Ich war immer jemand, ich habe gerne gearbeitet, ich liebe meinen Job, ich habe auch immer viel gearbeitet und ich möchte das auch eigentlich wieder tun. Aber gleichzeitig habe ich jetzt so dadurch, dass ich wirklich 24-7 mit diesem Kind zusammen bin, das Gefühl, ich würde was verpassen, sobald es in einem anderen Raum ist, weil das halt ganz, ganz ungewohnt für mich ist, das Kind mal nicht zu sehen. Auch mit der Krippe, diese Fremdbetreuung.

Für meinen Partner ist es so, dann kümmert sich wer anders. Das ist ihn normal. Für ihn kümmert sich immer wer anders ums Kind. Für mich kümmert sich ja quasi nie wer anders länger ums Kind. Deswegen ist es für mich, glaub ich, schon eine ganz andere Hausnummer. Ich find's nicht schlimm. Ich glaub auch, dass das Baby Bock auf die Krippe hat. seh's da voll, weil das sehr sozial ist und andere Kinder toll findet. Aber für mich ist's irgendwie wild. Und dann wieder Job und so, mal gucken.

Daniel Schwingenheuer (10:47.363)
Hmm.

Daniel Schwingenheuer (11:03.108)
Ja, Also letztendlich ist man ja eigentlich auch relativ festgelegt, was diese Elternzeit anbelangt. Also wir haben es vorhin schon gesagt, häufig ist halt in dem Moment, wo man sich dafür entscheidet zu stillen, gibt es nicht die Option, dass der Mann jetzt neun Monate zu Hause bleibt und die Frau wieder arbeiten geht. Das funktioniert dann halt einfach nicht. Also sei denn, du trägst als Mann halt die ganze Zeit dieses Kind hinterher und in jeder Pause bei der Arbeit wird dann einmal gestillt, aber das ist ja nicht praktikabel. Also irgendwie

Tina (11:22.925)
Mh...

Tina (11:30.977)
Ja.

Daniel Schwingenheuer (11:31.837)
ist man da ja dann leider auch gewissermaßen festgelegt.

Tina (11:36.832)
Da bin ich mir ehrlich gesagt gar nicht so sicher, weil es gibt auch das Stillbeschäftigungsverbot. Dass man quasi ins Beschäftigungsverbot geht, weil man stillt. weiß nur aber nicht, ich habe mich damit ehrlich gesagt nicht beschäftigt. Ich weiß nur, dass das existiert. Aber ob das vielleicht eine Option ist, wie man quasi beide Eltern zu Hause halten könnte, zumindest für eine Weile. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass das wieder relativ eingeschränkt ist oder so.

Daniel Schwingenheuer (11:42.467)
Mhm.

Tina (11:59.852)
Aber ich weiß auf jeden Fall, dass es das gibt und dass dadurch manche Leute halt ihre Elternzeit verlängern, weil sie jetzt sagen, das Kind ist noch nicht abgestillt, aber ist nicht genug, aber ich habe keine Elternzeit mehr. Also vielleicht existiert diese Möglichkeit, aber...

Daniel Schwingenheuer (12:09.636)
Ja, ja, tatsächlich sind wir jetzt so tief im Thema auch nicht drin, zu wissen, welche Feinheiten überall existieren. Ich kann sagen, bei uns, arbeiten beide in den Medien, sind beide selbstständig. Da gibt es kein Stillbeschäftigungsverbot, wo man sagen kann, darauf können wir uns berufen. Und ja, letztendlich mit der Selbstständigkeit ist es dann sowieso auch raus. Also, da hast du deine offiziellen Monate, die kannst du irgendwie aufteilen.

Tina (12:15.565)
Mhm.

Tina (12:27.117)
Mhm. Ja, ihr sowieso nicht.

Daniel Schwingenheuer (12:35.485)
Und wenn du dann sagst, die Kinder sollen gestillt werden, dann bleibt wenig an Optionen über, wie man es machen kann.

Tina (12:42.509)
Das habe ich mich gefragt, ich weiß nicht, ob das hier jetzt ins Thema reinpasst, aber habt ihr die Zwillinge, also auch eure Frauen, haben eure Frauen die Zwillinge gestillt oder musstet ihr zufüttern? Also ich fand ein Kind stillen schon doll, aber zwei Kinder stillen, man seinen Körper jemals für sich?

Daniel Schwingenheuer (12:48.607)
Alles passt.

Rouven (12:57.115)
Also bei uns wurde gestillt und zugefüttert. Ich hab das zufüttern übernommen. Es war... Jetzt kam kein Lacher, ich dachte... Schade, spielen wir später einen, alles gut aus der Lachkonserve. Ne, also es war so, das ging am Anfang kurz, aber die brauchten dann mehr, das funktioniert dann nicht.

Tina (13:04.909)
Mhm.

Tina (13:11.117)
Ich wollte nicht sagen.

Rouven (13:26.231)
Es immer noch eine Flasche, dachte, es gibt jetzt immer noch Flaschen nachts bei uns, weil die einfach so einen Bedarf haben, das kriegt man glaube ich so nicht gestillt, also wirklich nicht gestillt, ohne dazu zu füttern. das war immer dann, also nochmal stillen, Flasche und dann ging es weiter.

Daniel Schwingenheuer (13:43.679)
Also bei uns war jetzt tatsächlich, bis kurz nach dem ersten Geburtstag hat meine Frau voll gestillt und nicht zu gefuttert. Und jetzt aber innerhalb von drei Wochen eigentlich fast gar nicht mehr und nur noch Flasche. Also jetzt ist es wirklich auch, jetzt ist halt auch Ende. Jetzt reicht's.

Rouven (13:51.45)
Was? Okay.

Tina (13:52.077)
Krass.

Rouven (13:57.306)
Also...

Tina (13:57.56)
Ach, ja gut.

Tina (14:03.431)
Ja gut, auch mit dem älteren Kind irgendwann. Irgendwann muss auch mal gut sein. Ja, davon war ich jetzt ausgegangen.

Daniel Schwingenheuer (14:07.487)
Ja gut, das wird nicht mehr gestillt. Das wird nicht mehr gestillt. ja, es fordert aber natürlich trotzdem noch. Ja, aber ich meine, so ganz klar ist ja auch nicht, was sagt die WHO? Irgendwie bis fünf kann man, also ist es nicht so schlimm oder so. Ja, genau, aber danach ist so ein bisschen optional. Ja, das wird bei uns nicht passieren. Auf jeden Fall. ist schon mal klar.

Tina (14:20.561)
Nee, bis zum zweiten Geburtstag soll man. Und danach ist, glaub ich, Open End. Ja, du kannst einen 17-Jährigen stillen, ist halt komisch.

Tina (14:33.293)
Das...

Rouven (14:35.227)
Hehehehehe

Daniel Schwingenheuer (14:36.802)
Aber tatsächlich haben wir es dann so gemacht, bei beiden Geburten oder nach beiden Geburten so die zwei Monate gemacht. glaube, im ersten waren es sich mit zweieinhalb und jetzt hinterher bei den Zwillingen halt dann zwei Monate. Und so haben wir es dann aufgeteilt. Letztendlich ist es bei Selbstständigen ja so, dass es vor allem ums Elterngeld geht, wo man dann halt dementsprechend nicht arbeitet, das Elterngeld zu bekommen. Elternzeit ist ja da noch mal ein bisschen anders.

angelegt und wir haben halt auch dann keine andere Option gefunden, weil wir gesagt haben, die Kinder werden gestillt. Das macht ja dann keinen Sinn, dass meine Partnerin arbeiten geht und gleichzeitig, selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich dann auch nicht zu Hause bleiben können, weil von einer Person Elterngeld kann man halt auch nicht leben. das wäre halt auch...

Tina (15:26.029)
Nee.

Daniel Schwingenheuer (15:29.034)
komisch gewesen und wir wollten jetzt auch nicht nach sechs Monaten sagen so jetzt ist Ende aus mit stillen jetzt müssen beide leider wieder arbeiten das war auch keine Option sonst hätte man ja sagen können wir bleiben beide ein halbes Jahr zu Hause das kann man sich ja insofern halt aufteilen konnte man sich damals noch aufteilen das geht ja jetzt inzwischen auch nicht mehr aber irgendwie ist man dann auch so festgelegt oder war das war das bei euch eine große Diskussion ob der da viel drüber nachgedacht oder war das dann auch klar

Tina (15:49.809)
Ja, so...

Tina (15:55.434)
Ich glaub, ehrlich gesagt, dass wir nicht mal drüber geredet haben. Es war einfach von Anfang an klar, dass ich die Elternzeit nehme.

Daniel Schwingenheuer (15:59.65)
Okay.

Rouven (16:00.345)
So.

Tina (16:04.065)
Es war halt die Frage, ob ich ein Jahr oder zwei Jahre nehme. ja, vom Geld her haben wir dann einfach gesagt, ein Jahr. Und das ist auch für die Karriere halt für mich natürlich schöner, wenn ich nur, in Anführungsstrichen, nur ein Jahr ausfalle. Und dann haben wir uns halt für das eine Jahr entschieden.

Daniel Schwingenheuer (16:17.761)
Jaja, was macht das? wie ist das für dich mit Blick auf die Karriere dann so zu Hause zu sein? Du hast gerade schon gesagt, natürlich eine total besondere Zeit mit so einem Kind. Hast du das andere so im Hinterkopf oder denkst du, das wird sich schon entwickeln?

Tina (16:35.213)
Ich glaub, wer denkt, die Karriere entwickelt sich einfach so, der geht da sehr naiv ran. Das ist für mich persönlich schon was, was ich gerne plane. Wo ich auch so ein bisschen eine Sicherheit habe. Dadurch, dass ... Genau, durch den Jobwechsel noch ... Also, hab in der Schwangerschaft ... Ich muss neu anfangen. Ich hab in der Schwangerschaft, firm intern quasi gewechselt zu einem anderen Standort. Und hab da dann halt auch eine neue Position bekommen.

im selben Feld wie davor, aber eine neue Position, damit ich am selben Standort bin wie mein Partner. Das waren wir vorher nämlich nicht. Und ... so war es halt für uns möglich, weil wir relativ gut in Deutschland verteilt sind, dass wir an denselben Standort kommen können. Und dadurch habe ich aber in dem Job, den ich jetzt eigentlich auf dem Papier habe, noch gar nicht so richtig gearbeitet. Ich hab die Kollegen nur kurz kennengelernt.

Rouven (17:09.49)
okay.

Tina (17:27.597)
Ich war jetzt auch in der Elternzeit ein-, zweimal zu Firmenfeiern und zu Betriebsessen und so. Das ist halt immer komisch, weil alle sind so, wer sind Sie, was machen Sie hier? Und dann muss ich kurz meine Existenz rechtfertigen. Ja. Und der Chef ist dann so, voll schön, dass Sie da sind. Und alle anderen sind so, wer sind Sie? Also, das ist schon irgendwie komisch. Und das ist schon ...

Daniel Schwingenheuer (17:36.928)
Hehehehehe

Rouven (17:37.24)
Haben sie sich reingeschlichen?

Daniel Schwingenheuer (17:48.256)
Was ist das?

Ja, aber ganz ehrlich, dann kann man sich doch eigentlich ganz gut zurücklehnen und sagen, okay, da hab ich sowieso eine neue Aufgabe, es geht sowieso dann irgendwie mit Rückenwind weiter, wenn das alles mal vorbei ist. Das ist doch ganz entspannt.

Tina (18:01.133)
Ja, genau, ich muss diese Aufgabe nur halt auch erfüllen. Und alle meine Fortbildungen und so weiter, alles, ich ausbildungstechnisch dazu gelernt hab, liegt jetzt halt seit über einem Jahr. Und man kommt dann da halt an und dann sagen die Leute, aber das ist halt dieser Zwiespalt, den die Leute haben. Weil die sind dann so, ja, okay, ein Jahr Elternzeit, aber du hast da vorher schon gearbeitet, du weißt ja, wie das geht. Und dann musst du dich da halt hinstellen und sagen, ja, ich weiß, wie das am Standort 400 Kilometer entfernt hier geht.

Daniel Schwingenheuer (18:12.832)
Ja, okay.

Tina (18:29.613)
weiß ich nicht mal die E-Mail-Adresse von meinem eigenen Vorgesetzten. bitte erklär mir alles. Und das ist halt ... Das wird halt, glaub ich, sehr unangenehm. Mir graust es ein bisschen davor. Gleichzeitig freu ich mich aber auch drauf, Job wiederzumachen. glaub, das werden drei, vier dolle Wochen am Anfang.

Daniel Schwingenheuer (18:47.185)
Rufen, wie war das eigentlich bei euch? Habt ihr da lange darüber diskutiert, jetzt wie lange und wie viel macht oder war das auch klar?

Rouven (18:53.847)
Nee, das war relativ klar. hat irgendwie so bisschen geguckt und geschoben und gesagt, okay, man muss ja mindestens die Dauer bis zur Kita brücken. Also bis es mit der Kita losgeht, ist immer so Juli, August irgendwann rum. Und bei der Großen hatten wir dann ein Jahr geplant und bei den Kleinen hatten wir dann gesagt, wir müssen das, das sind ja dann fast zwei Jahre. Aber gesagt, da ist immer einer krank, da ist immer irgendwas los.

Daniel Schwingenheuer (19:04.543)
Hmm.

Rouven (19:19.486)
Das macht einem so viel mehr Stress, man dann, also wenn man eine Frau arbeiten geht, anstatt dass man sagt, man ist noch zu Hause oder hat noch ein Zuhause. Da haben wir gesagt, dann machen wir das halt zwei Jahre. ja, vom, Arbeiten her, sie hat die Kleinen gestillt und und und. Das heißt, es macht auch keinen Sinn irgendwie. Also man hätte jetzt das irgendwie sich aufbauen können, dass ich nach der Hälfte übernehme und sie geht wieder voll arbeiten. Jetzt war sie vorher auch schon raus wegen der Großen. Das heißt, das hatte so viel Unsicherheit und Dynamik, dass wir das haben.

Ich gehe dann wieder arbeiten und sie hat dann halt die längere Elternzeit an der Stelle. Ich hätte aber auch noch eine Frage, Tina, mit wie viel kehrst du dann zurück, mit wie viel Stunden? Das finde ich immer sehr interessant. Und was ist der Plan?

Tina (19:59.854)
Plan ist, dass ich mit Teilzeit 50 Prozent anfange. Das ist relativ niedrig angesetzt erst mal. Aber ich will gucken, wie sich das Kind in der Kita eingewöhnt und ob es dem Spaß macht. Damit kriege ich ein bisschen weniger, als ich jetzt Elterngeld kriege, aber das ist okay. Idealerweise würde ich dann so auf 70 Prozent vielleicht wieder hochgehen. Aber ich arbeite in einem Job oder in einer Firma, wo regelmäßig Überstunden quasi erwartet werden. Also man steht halt blöder, wenn man keine Überstunden macht.

Da gibt's meinem Podcast Diskussionen, ob das so richtig ist oder nicht. Aber das außen vor gelassen, es wird erwartet, man Überstunden macht. Ich würde mich niemals an die 90 Prozent ranwagen, weil ich genau weiß, dass diese Überstunden erwartet werden würden. Und so ein klein ... Also, egal.

Rouven (20:42.199)
Dann bist du auf einmal bei 130 Prozent.

Tina (20:46.317)
Ja, genau. Also, mein Partner arbeitet quasi den gleichen Job wie ich. Und jetzt, für die, die das hören, wir nehmen das Ganze hier Anfang April auf, der hat stand jetzt 190 Überstunden. Durch eine Geschäftsreise, wo die halt auch mal durchschreiben und so. Aber es werden wirklich Überstunden erwartet. Nicht so hier mal eine halbe Stunde, da mal eine halbe Stunde. Sondern der Mann verlässt morgens um sechs das Haus und vor 19 Uhr seh ich den auch nicht wieder.

Daniel Schwingenheuer (21:00.39)
wow.

Rouven (21:13.928)
Das war auch knackig.

Tina (21:15.571)
Ja, das ist sehr, knackig.

Daniel Schwingenheuer (21:15.998)
ist auch hart, Also dann...

Rouven (21:17.81)
Also von allen Seiten. Also Job ist das krass, aber auch dann sieht man ja das Kind morgens, also vielleicht ist es wach oder auch nicht. Abends ist es vielleicht wach oder auch nicht. Und man sieht sich dann gegenseitig ja kaum noch. Vielleicht bist du wach oder auch nicht. Also nach einem anstrengenden Tag. Also das ist ja wirklich heftig dann.

Tina (21:24.877)
Abends ja.

Hahaha

Tina (21:37.166)
Ja, das ist schon zornig. Das Kind geht irgendwann zwischen 19 und 21 Uhr schlafen. In der Regel sieht er es noch, weil er ungefähr dann kommt, wenn bei uns die Bettgehezeit anfängt. Ich schieb die Bettgehezeit dann auch gerne mal eine Stunde nach hinten, weil er sein Kind sonst wirklich gar nicht sieht. Der kommt dann ja an und hat nicht geduscht, hat nicht gegessen, muss sich noch umziehen. Der kommt ja auch nicht an und ist bereit zu chillen. Das ist schon ganz schön doll.

Ich könnte halt nicht zwei Leute machen, weil ich mein Kind ja nicht von 6.15 Uhr bis 21 Uhr gefühlt in der Kita lasse. Also das wird ja auch nicht passieren. Dann brauch ich auch kein Kind kriegen, wenn ich's nur dahin bringe.

Rouven (22:12.092)
Das ist der ganz große Betreuungsvertrag.

Daniel Schwingenheuer (22:17.246)
Hahaha

Tina (22:18.475)
Also wir haben so einen Betreuungsvertrag für 11-plus Stunden tatsächlich. Hat unsere Kita. Die Ja, man kann bei uns 5.30 Uhr abliefern, frühestens. Und ich glaub, die haben bis 20 Uhr. Theoretisch könnte man.

Rouven (22:23.158)
Ach, was ist das denn?

Daniel Schwingenheuer (22:23.34)
wow!

Rouven (22:32.791)
Boah, verrückt! Das ist ja krass.

Daniel Schwingenheuer (22:34.48)
Ja, aber das muss man ja auch wollen. ja, aber das ist ja, also man will ja auch Zeit mit seinem, ja, genau, wollte ich gerade sagen. Also man will ja irgendwie im besten Fall als Eltern auch Zeit mit seinem Kind verbringen. Und ja, ich weiß, also wenn du jetzt frei wählen könntest, wie würdest du es gerne machen? Wie viele Stunden am Tag würdest du gerne mit deinem Kind verbringen? Wie viele Stunden würdest du gerne arbeiten? Jetzt mal ohne darüber nachzudenken, ob es realistisch ist.

Tina (22:35.027)
Also, ist eine geile Kita. Ja. Aber dann hätte ich halt auch kein Kind kriegen müssen. Genau.

Rouven (22:43.398)
Das ist das.

Tina (22:47.157)
Mhm.

Tina (22:59.924)
Also wenn es

Also im ersten Jahr würde ich komplett zu Hause bleiben wollen und dann so ab zwölf Monate rum finde ich Kita nicht schlecht, aber in meiner Idealvorstellung würde ich das Kind drei bis vier Stunden in der Kita lassen jeden Tag, weil ich glaube, dass das noch Spaß macht und dann würde ich es aber auch wieder abholen. Also effektiv drei bis vier Stunden am Tag arbeiten. Ich könnte mir was mit Homeoffice gut vorstellen, ich muss aber gucken, ob das geht.

Daniel Schwingenheuer (23:05.758)
Hm?

Daniel Schwingenheuer (23:23.166)
Ja.

Tatsächlich hab ich damals, das passt jetzt voll dazu, als unser großer dann in die Kita gegangen ist, am Anfang war das halt wirklich so, dass er morgens acht da hin war und dann haben wir den zwölf wieder abgeholt, weil er am Anfang auch nicht da geschlafen hat in der Kita. Und da hatte ich, nachdem das erste Jahr halt wirklich doll viel Kind war, hatte ich irgendwann sehr schnell das Gefühl, boah, das ist die ideale Mischung. Ich hab das Gefühl, ich kann mal einmal durchatmen und selbst wenn du es nur schaffst zu Hause einmal ein bisschen zu putzen, ohne die Wäsche zu machen oder so,

Du kriegst aber irgendwie so die Dinge, die so alltäglich anfallen, irgendwie weggearbeitet und dann ist Kind wieder da. Und das war irgendwie so eine perfekte Mischung. jetzt bin ich mal gespannt. Unsere beiden Zwillinge, die gehen dann jetzt auch ab September in die Kita. Und ich bin mal gespannt, ob ich dasselbe Gefühl dann wieder habe, weil eigentlich, man liebt ja sein Kind. Man will halt auch Zeit mit dem verbringen. ist nur alt. Also es glaube ich, bei jedem Menschen dieser Welt ist zu viel, wenn es 24-7 ist.

Rouven (24:23.508)
Das klassische Durchatmen einfach, dass man mal in Ruhe und selbst wenn es dieses was das Putzen ist oder irgendwas aufräumen ist und irgendwas zu tun, ohne dass man dabei unterbrochen wird oder die klebrigen Finger kommen oder etwas hat. ist einfach, dass man sich halt nicht diese, ich glaube es ist diese Anspannung im Hinterkopf, die man dann hat. Dass man denkt, so gleich ist wieder was oder man muss halt immer so 20-30 Prozent der Hirnkapazität bereithalten und wenn das einfach nicht ist, ist selbst das

Das Sparputzen angenehm oder das Aufräumen, weil es einfach mal in Ruhe geschieht.

Tina (24:56.141)
Ja.

Daniel Schwingenheuer (24:59.609)
Ja, ich weiß nicht, ich brauch das halt auch zwischendurch und irgendwie so ein bisschen merke ich halt auch, dass ich das brauche, was für mich zu machen. hab dann in der Elternzeit in den zwei Monaten von den Zwillingen, wo ich dann zu Hause war, immer dann, wenn die geschlafen haben, hab ich was gemacht, was ich noch nie vorher gemacht habe. Ich habe eine Siebträgermaschine repariert, die ich defekt gekauft habe und dann habe ich die bis auf jedes Einzelteil auseinandergebaut, mir alles neu bestellt, was kaputt war.

und hab dann diese Siebträgermaschine wieder zusammengebaut. Und das aber halt immer, wenn die Zwillinge geschlafen haben und irgendwie war das voll die, es war in Spannung pur.

Rouven (25:34.228)
Ich hätte das nach einmal, wenn die wach geworden wären, ich gerade so ein Zahnrädchen irgendwo habe, hätte ich das einfach genommen und in den Müllhauern geschoben und gesagt, so feierabend, Lust mehr. Das wäre nicht meins gewesen. nee, das ist schön.

Tina (25:39.956)
Das ist so eine krasse Männerantwort.

Daniel Schwingenheuer (25:42.908)
Ja voll.

Daniel Schwingenheuer (25:48.252)
Hahaha

Ich hab dann immer so...

Tina (25:55.071)
Ich hab anfangs immer aufgenommen, das Kind geschlafen hat.

Daniel Schwingenheuer (25:59.356)
Ja, und dann wurdest du so häufig unterbrochen, dass du dir irgendwann gedacht hast, jetzt machst du es anders.

Rouven (25:59.476)
Das ist auch gut.

Tina (25:59.854)
Also ich hab anfangs immer aufgenommen, als das Kind geschlafen hat. Aber ist das Kind halt von meiner Stimme aufgewacht.

Rouven (26:07.642)
da redet einer.

Tina (26:08.269)
Nee, das Kind schläft gar nicht alleine. Also gar nicht, gar nicht. Auch Schläfchen und so. Ich hatte es vorher in der Trage, dann hat es dabei gepennt. Aber inzwischen wird es meistens wach, wenn ich rede. Anfangs sind die ja noch sehr kartoffelig, da ist denen ja noch alles egal. Aber irgendwann mit drei, vier Monaten dachte sich das irgendwann, krass, wenn jemand redet, dann könnte man ja zuhören. Dann wacht es inzwischen auch auf, wenn es mich halt sprechen hört. Und da ich halt nie ...

Rouven (26:14.58)
Okay.

Daniel Schwingenheuer (26:35.259)
Das ist ein guter Gedanke, wenn jemand einen Podcast macht.

Tina (26:37.837)
Ja, das ist schön, aber da hab ich meinen ersten treuen Hörer. Aber das ist halt so ... Das war halt dann mich irgendwann das Problem. Deswegen bin ich auf aufnehmen, das Kind wach ist, umgestiegen. Ich schneide jetzt meine Folgen, wenn das Kind schläft.

Daniel Schwingenheuer (26:39.844)
Nö.

Hahaha.

Daniel Schwingenheuer (26:54.332)
Okay, das geht natürlich auch. Ich habe manchmal so einen Gedanken und ich würde gerne eure Einstellungen dazu hören. zwar frage ich mich manchmal, ob wir zu krass durch unsere Gesellschaft darauf getrimmt sind, eine Karriere zu machen. Ich meine, das ist halt eine krass, krass, krass besondere Zeit, so ein kleines Kind zu Hause zu haben. Man macht sich von vornherein irgendwie Gedanken, wie geht es danach mit meinem Job weiter?

Bin ich zu lange raus? Ist das so eine Art Karrierekiller? Ist es so, dass uns die Gesellschaft zu krass prägt, eurer Meinung nach? Oder ist es einfach natürlich, dass wir uns so verhalten und irgendwie Bock auf unsere Karriere haben und dass das Kind dann auch zu viel werden kann, wenn es so lange und so häufig bei einem ist?

Daniel Schwingenheuer (27:48.844)
Nöööö

Tina (27:49.678)
Also zwei Punkte. einen, Karriere hat ja auch bisschen was mit finanzieller Sicherheit zu tun. Also das ist ja auch so ein großer Motivationsfaktor. Unabhängig jetzt von irgendwelchen Tätigkeiten oder Titeln, jeder Mensch möchte sich gerne Lebensmittel und ein Dach über dem Kopf leisten können. Also so ganz egal sein kann einem der Job halt einfach nicht. Das wäre einfach nicht so schlau. Ähm, Entschuldigung.

Daniel Schwingenheuer (27:57.211)
Hm.

Rouven (28:12.405)
Da bin ich wieder. Ich war gerade weg kurz. Entschuldigung. Mich hat's gerade gemeld. Also ich hab deine Frage noch mitbekommen.

Daniel Schwingenheuer (28:14.966)
Das stimmt. Ja, spannender Aspekt auf jeden Fall.

Tina (28:17.46)
Ich seh dich grad doppelt.

Daniel Schwingenheuer (28:21.418)
Ja, Tina hatte den ersten Aspekt gesagt und was ist der zweite Aspekt?

Tina (28:21.904)
Genau, und zum

Tina (28:27.487)
Der zweite Aspekt ist, dass glaube, dass wir eigentlich gar nicht so sehr darauf ausgelegt sind, wirklich alleine 24-7 so ein Kind zu kümmern. Die meiste Zeit unserer Entwicklungsgeschichte als Menschen haben wir ja in kleinen Gesellschaften gelebt, mit Großeltern uns herum, mit Geschwistern uns herum, mit irgendwelchen nahestehenden Leuten uns herum. Und hatten die Kinder dann halt auch einfach mal eine Weile nicht oder jemand anderes hat sich drum gekümmert oder irgendeine Oma war da. Also früher war es ja ganz normal.

Zum Beispiel als meine Mutter Kind war, da ist meine Oma dann tagsüber zum Arbeiten aufs Feld gegangen und hat ihre Kinder dann halt bei ihrer Mutter gelassen, die halt alt war und zu Hause rumsaß und irgendwas gestrickt hat. Und dann haben die Kinder da halt vor sich hin gewütet oder wurden halt dann doch irgendwo in der Krippe untergebracht, wo ihr nichts passieren konnte. Also ich glaube, diese Entwicklung, dass wirklich ...

Ein Elternteil mit einem oder zwei Kindern, die ganze Zeit zu Hause ist und sich 24-7 die kümmert, ist historisch betrachtet extrem neu. Ich glaub, das sind vielleicht ein bis zwei Generationen vor uns, die das so gemacht haben, wenn überhaupt.

Daniel Schwingenheuer (29:35.683)
Hm.

Rouven (29:38.292)
Ich auch. Das ist erst unsere Generation, vielleicht eine vorher. Früher ging die Kita mit drei los. Das heißt, es gab Kindergeld, das war's. Es gab auch kein Elterngeld. Da ging es entweder finanziell noch, was anders verteilt vielleicht. Oder wie du sagst, es haben sich die Oma drum gekümmert, haben sich andere mit drum gekümmert.

Tina (29:45.165)
Mhm.

Rouven (30:00.49)
Es war so eine, wir hatten auch mal das Thema mit dem, es braucht ein ganzes Dorf ein Kind zu erziehen. Es gab halt andere Dynamiken dabei. Dann kannten die Mütter sich untereinander, die haben sich selbst organisiert. Dann war das Kind mal bei wem anders mit. Und jetzt ist so, jeder kämpft so ein bisschen für sich und jeder muss auch irgendwie schon wieder zur Arbeit getrieben, dass es wieder weitergeht, weitergeht. Ja, ein Aspekt ist auch, dass man selber sich verwirklicht und auch seinen Job will und eine Karriere will, was völlig legitim ist. Das ist ein guter Ansporn. Bevor war es, glaube ich, ja, ein bisschen entsp...

Bannter gefühlt, wenn man so ein breiteres Netz hatte. Weil wenn alle natürlich irgendwie das Kind nach teilweise, ich glaube manchmal kann man sieben Monaten abgeben das Kind, direkt wieder in die Kita abgeben, dann hat man ja auch gar keine Zeit sich mit dem Kind zu beschäftigen. es sind dann viele kleine und das ist auch für die Kita natürlich viel schwieriger als Dreijährige zu bekommen, die schon irgendwie so bisschen sozialisiert sind und miteinander arbeiten können. Also ich glaube ganz natürlich ist das nicht, dass es so schnell geht. Wie der Split ist, will ich dabei gar nicht sagen, aber ich glaube das war früher wirklich so

Daniel Schwingenheuer (30:49.571)
Hmm.

Rouven (30:59.716)
Man hat es mit anderen zusammen gemacht. Man war eine größere Gruppe, die mehr Kinder erzogen hat, die so bisschen puffern konnten untereinander.

Daniel Schwingenheuer (31:08.416)
Ja, spannender Aspekt. Ich glaube auch, dass das, was du so gesagt hast, dass man in unserer Generation häufig natürlich auch so einen Job als so eine Art Lifestyle-Ding sieht und man sich halt lange und viele Gedanken macht, was man eigentlich machen möchte. Wenn man halt irgendwie auf dem Bauernhof groß wird und dann bleibt man auf dem Bauernhof, dann ist halt auch okay. Okay, wenn man auch mal nicht arbeitet oder jetzt irgendwie einer dann mal was übernimmt oder so. Und wenn man aber dann

ganz große Karriere sich ausmalt und irgendwie schon plant, welche Schritte als nächstes kommen und dann sagt jemand jetzt musst du mal ein Jahr Pause machen und du musst es jetzt machen, weil sonst bist du zu alt oder so. Das ist vielleicht auch dann ganz natürlich so zu denken. Wie geht es weiter? Tina, du wolltest auch noch was sagen.

Tina (31:52.846)
Ich glaube, das ist aber auch ... Genau, das ist so Thema ... Das kann ich nicht ganz so Raum stehen lassen, da muss ich mich ganz kurz unsympathisch zu äußern. Aber ich finde, diese ganze Verteilung von dieser Arbeit, was Kinderaufziehen angeht, das ist auch was, wo wir nicht vergessen dürfen, wie sich die gesellschaftliche Stellung von Männern und Frauen in den letzten Jahren geändert hat. Also zum Beispiel bei meiner älteren Halbschwester, die ist 67 geboren. Und ...

Als sie geboren wurde, es noch so, dass Kinder außerhalb der Ehe was ganz, ganz Schlimmes waren. Das war ein Riesenproblem, wenn man außerhalb der Ehe ein Kind bekommen hat. Und in der Ehe war es aber so, dass Frauen gar nicht arbeiten durften, wenn der Mann ihnen das nicht erlaubt hat. Frauen konnten teilweise kein Bankkonto haben. Also das war noch ein ganz anderes Abhängigkeitsverhältnis, was Frauen da von den Familien beziehungsweise von den Vätern ihrer Kinder hatten. Und deswegen ist das, glaube ich, auch was ...

Daniel Schwingenheuer (32:27.545)
Mhm.

Tina (32:47.935)
Wo unsere heutige Perspektive, wenn wir die einfach so wie sie ist auf die Vergangenheit anwenden, dann verzerren wir das Bild komplett. Weil es ist nicht so, dass es früher entspannter war und ein Einhalt hat gereicht. Nee, war früher schon auch richtig schlimm für Leute. Leute saßen da drin fest. Und ein Gehalt hat halt nur gereicht, weil die andere Person teilweise nicht arbeiten durfte. Also das ist auch was, das wollte ich hier noch mal ganz kurz in unser Gedächtnis bringen.

Daniel Schwingenheuer (33:15.032)
Ja klar, du hast ja absolut recht und es ist ja auch heute noch nicht überall so, dass Frauen und Männer immer die gleichen Möglichkeiten und Chancen haben. Ich habe schon das Gefühl, so hier und da auch mal so Situationen beobachtet zu haben, wo es Männer halt auch einfach leichter hatten. Es gab vereinzelt auch andere Situationen, das mag aber auch an diesem Medien-Ding liegen und so weiter.

Aber wenn ich sowieso das Gefühl habe, ich muss mich hier die ganze Zeit mehr durchkämpfen als alle anderen und dann ist es halt auch in dem Fall durch biologische Faktoren durch stillen und so weiter auch noch so, dass man länger auf Pause drücken muss, kann man sich schon vorstellen, dass es ultra schwierig ist und dass es sich unfair anfühlt.

Tina (33:59.026)
Ich glaube, das kommt dann sehr auf die Partnerschaft an. Also es fühlt sich unfair an. Es ist ja auch einfach unfair. Aber das sind halt diese biologischen Unterschiede zwischen uns. Als Frau ist man halt einfach ...

Daniel Schwingenheuer (34:08.574)
Ja, unfair kann ja auch jetzt gar nicht mal bezogen auf die Partnerschaft sein. Es kann ja sein, dass man total gleichwertige Partnerschaft lebt und aber trotzdem gegenüber der Gesellschaft sich unfair behandelt fühlt. Oder von der Gesellschaft.

Tina (34:27.085)
Ja, das sind so Gedanken, die ich mir ehrlich gesagt gar nicht so viel mache, weil ich glaub, wenn man sich da zu viele Gedanken macht, dann wird es sehr, sehr deprimierend. Ich weiß nur, das ist halt durch diese biologischen Unterschiede, durch dieses Stillen war es halt so, dass bei uns ich eigentlich fast alle Nachtschichten gemacht habe. Einfach weil das Kind bei mir an der Brust schläft und ich bin halt aufgewacht, sobald das irgendwie komisch geatmet hat, hab's dann direkt gewickelt und weiter gestillt. Also es gab faktisch nichts, was mein Partner hätte tun können und warum sollte ich ihn dann wecken?

Daniel Schwingenheuer (34:35.831)
Hahaha

Daniel Schwingenheuer (34:44.215)
Hm.

Tina (34:56.13)
Es war aber manchmal so, wenn man nachts drei zum achten Mal eine Windel wechselt, dass ich rübergeguckt hab, wo er friedlich schläft und mir dachte ...

Daniel Schwingenheuer (35:03.337)
Hehehehehe

Also wir haben jetzt viele sehr negative Aspekte in den letzten paar Minuten hier behandelt. Ich würde gerne zum Schluss noch einmal darauf kommen, dass Kinder ja eigentlich was wahnsinnig Tolles sind und so Elternzeit und sowas auch für den Fall, dass es irgendjemand vergessen hat an dieser Stelle. Es ist nicht nur ein Schicksal. Das sind ja alles Randaspekt.

Tina (35:20.589)
Ach so ja.

Rouven (35:23.169)
Ja, das war dann so, ganz vergessen.

Tina (35:31.885)
Das ist kein Schicksalsschlag.

Daniel Schwingenheuer (35:35.1)
Aber im Grunde genommen ist es ja eine wahnsinnig besondere und einzigartige Zeit. Das muss man halt auch immer wieder realisieren bei den ganzen Nächten, die man da steht und bei dem ganzen Struggle, den man manchmal hat, bei dem ganzen Organisieren und so. Das ist etwas einzigartiges, was auch nicht alle erleben dürfen. Deswegen würde ich euch gerne noch fragen, was hat denn vor allem auch diese erste Zeit, wo die Kinder noch so wahnsinnig klein und so total pur waren. Was hat die mit euch gemacht?

Tina (36:05.949)
Also für mich war die erste Zeit ehrlich gesagt gar nicht so schön, weil ich hatte echt Probleme nach der Geburt, auch mit dem stillen, weil ich hatte so eine Milchüberproduktion, dann hatte ich eine Brustentzündung, ich war auch noch mal im Krankenhaus. Also die ersten paar Wochen nach der Geburt für mich waren einfach echt aushalten. Und so ab sechs Wochen wurde es dann schöner. Deswegen rückblickend habe ich gar nicht so tolle Gefühle zu den ersten paar Wochen. Aber für mich

Das Herausstechendste war, wie sich meine Prioritäten dann doch verschoben haben. Weil ich dachte anfangs so, ja, okay, bleib ich das Jahr zu Hause und danach ist in Anführungsstrichen alles wie vorher. Ich hab halt nur eine Person mehr im Haushalt. Aber für mich war es auch nicht so, dass ich direkt nach der Geburt diese krassen Gefühle fürs Kind hatte, sondern ich hab echt ein bisschen gebraucht, halt diese Gefühle zu entwickeln oder halt intensiver zu spüren. Und deswegen war das so ein langsamer Verschiebungsprozess für mich und

hab das Gefühl, dass das auch viel an mir als Person geändert hat. Und ich mich auch quasi selber ein bisschen neu kennenlernen musste, wer ich eigentlich bin, nicht nur als ich jetzt, sondern auch als Mutter von dieser anderen Person. Weil das ja eine Seite von mir war, die vorher gar nicht existiert hat. Das war so das für mich, so neu kennenlernen von mir selber.

Rouven (37:24.544)
Für mich war das mit den Kleinen, vor allem mit den Ersten, wenn die dann auf einem drauf lagen. Man hatte einfach so einen Minimensch, der so gerade auf der Brust auf einen drauf gepasst hat und der schläft in der selig und wie die sich... Also man ist ja die Welt für die Kleinen dann, also gerade die Mutter auch. Das war halt unfassbar faszinierend und mich das ja auch schon mal erzählt. Brust hat das ja auch lange gedauert, bis die große gekommen ist, bis das geklappt hat.

Und dadurch war man auch so richtig, am Anfang war ich sehr angespannt, dass man Sorge hatte, man war auch irgendwie bei jedem Husten oder sowas, wenn die geschlafen haben, man meinte so, nicht dass irgendwas ist mit dem Kind. Also es war auch viel Sorge am Anfang dabei, das war dann bei den Zwillingen gar nicht mehr, muss ich sagen. Also wirklich sehr viel Sorge, dass irgendwie noch was sein könnte und irgendwann war das aber so, dass die große, wo man sagt, jetzt ist man da aus dem Größten oder den hohen Risiken raus, dass man wirklich gemerkt hat,

wie schön das ist, dass das so ein kleiner Mensch ist, der sich auf einen freut, der immer mit mitmachen möchte und dass da einfach wer ist, von einem selber ist, also ein kleiner Teil von einem selber ist, wo man auch irgendwie mit dem zusammen sich weiterentwickelt. Dann hat man auch gesagt, dass man nicht sich selber kennt, wie geht man mit so Situationen um. Das ist ja was anderes, wenn man mal ein Kind hat und gibt das wieder ab nach zwei Stunden und sagt, ja, das hat halt gebrüllt. Oder wenn du halt 24 Stunden am Tag ein Kind hast oder mehrere, bist immer mit denen dran.

Wie man daraus auch sachen wieder mitnimmt wie man mit situationen umgeht und wie man auch selber sagt was ist denn meine strategie wie arbeite ich denn mit dem kind zusammen oder wie schaffe ich das zusammen da ist extrem viel wo ja auch dann mit der podcast irgendwie auch heraus geworden ist Man lernt von beidseitig sehr viel man lernt viel von den kindern auch wieder dieses dieses

nicht unverblümt ist das falsche Wort, dieses bisschen Naive, dieses weltoffenen, nicht so gestresste, die machen sich ja noch keine Sorge die Steuer, diesen Blick wieder zu kriegen, dass man das wieder sehen kann, ist was sehr Schönes.

Daniel Schwingenheuer (39:23.317)
Ich kann das voll nachvollziehen, Dino, was du meinst, dass man erstmal eine Zeit lang braucht, aneinander zu wachsen, weil das hatte ich exakt genauso. Es war von vornherein zu 100 % klar, du gehörst jetzt zu mir und ich kümmere mich dich. Aber ich habe echt auch gemerkt, rückwirkend jetzt, es es waren schon so ein paar Wochen, bis ich so eine ganz tiefe innere Verbundenheit auch gespürt habe, was dann vermutlich

Rouven (39:26.184)
Hm.

Daniel Schwingenheuer (39:51.734)
diese Liebe ist, von der alle immer sprechen. Na klar, also man kennt ja, da ist dann plötzlich dieser ganz, ganz junge Mensch. Man ist halt auch völlig fertig. Also das war ich jetzt letztendlich als Vater auch, weil es halt auch mit sehr viel Angst dann war, die Geburt und so weiter, habe ich ja auch schon mal erzählt hier im Podcast. Man ist halt erstmal total fertig, versucht alles erstmal zu regeln, all die To-do's abzuarbeiten, die dann plötzlich so da sind, damit es erstmal auf dem Papier dem Kind gut geht.

Aber bis die Seele hinterher kommt und sich das alles gesättigt hat, braucht es einfach seine Zeit.

Tina (40:29.437)
Ja, so war es bei mir eigentlich genauso, ja. Ich hatte auch das Gefühl, dass es dem Kind aber ähnlich ging. Im Kreißsaal haben die mir das noch kurz auf die Brust gelegt. Ich war so hin und her gerissen, ich dachte, okay, kommen jetzt diese krassen Gefühle. Eigentlich hab ich nur dieses Kind angeschaut, dieses Kind hat mich angeschaut. Wir waren beide so

Daniel Schwingenheuer (40:29.967)
Oder?

Daniel Schwingenheuer (40:49.973)
Speed Dating! Was machen wir jetzt hier?

Tina (40:50.745)
Also es war, also wir hatten nicht so diesen, es gab keinen Funken. Also wir haben uns angeschaut und es war schon okay. Und dann ist es auch mit dem Papa erst mal zum Kinderarzt und so. Und dann waren wir halt auch irgendwann halt in dem Zimmer und ich hatte so diese ganz krasse Dissonanz zwischen meinem Körper und meiner Psyche, weil mein Körper war richtig am Start. Also sobald dieses Baby komisch geatmet hat, war ich wach. hab auch

Rouven (40:50.968)
Jetzt hängen wir hier zusammen drin.

Tina (41:17.197)
Das Kind kam morgens um vier, das heißt, die Nacht haben wir durchgemacht. Die Nacht darauf hab ich aber auch nicht geschlafen, weil ich so gestresst war und die ganze Zeit dieses Kind angestarrt hab. Dann kam mein Partner in die Klinik und ich konnte mal theoretisch schlafen, aber ich bin aufgewacht, sobald das Kind halt irgendwie irgendwas gemacht hat. Es war gar nicht erholsam für mich. Sobald das Kind geschrien hat, ich selber angefangen zu weinen und zu zittern. hat mich ganz krass mitgenommen. Geistig war ich aber noch so ... Ist das wirklich ...

Mein Kind, hab ich ein Kind bekommen? Ich bin nicht mehr schwanger? Es war irgendwie alles noch so ... Ja, ich war noch in so einer Kennenlernphase. Anfangs hat sich das Kind halt auch schwer beruhigen lassen, weil es ist ja auch ... Ich glaub, wenn man geboren wird, richtig viel, was einem da um die Ohren fliegt. Und so nach ... Ich glaub schon, dass das doll ist. Und so nach fünf, sechs Wochen hatte ich echt so einen Moment, da hab ich das Kind auch nachts um zwei oder drei mal wieder in den Schlaf getragen, weil's halt irgendwie wieder wach geworden ist. Und

Daniel Schwingenheuer (41:47.604)
Ja.

Daniel Schwingenheuer (42:01.46)
Würde ich auch so sagen.

Tina (42:14.069)
Da hatten wir im Schlafzimmer, da hab ich das hin- und hergeschunkelt. Da hat mich das einfach angestarrt. Hat mich wirklich angeguckt und ist dann an mich gekuschelt eingeschlafen. Dann dachte ich mir, okay, jetzt läuft's. Jetzt haben wir die Basis. Ab da wurde es dann massiv besser. Ja. Aber das war halt ... ... Aber das war halt schon Woche fünf oder sechs oder so. Das war nicht in den ersten zwei Wochen, das hat gedauert.

Daniel Schwingenheuer (42:27.93)
Jetzt sind wir da. Und auch dafür ist natürlich diese

Daniel Schwingenheuer (42:40.724)
Ja, ja und auch dafür ist natürlich dann letztendlich so eine Elternzeit da, damit man dann über die nächsten Monate das alles nochmal zusammen verarbeiten kann und immer weiter aneinander wachsen kann. Und irgendwie fehlt mir das manchmal bei dieser ganzen Diskussion rund die Elternzeit, auch wenn es dann nochmal wieder heißt, hier es gibt neue Regelungen, jetzt darf man dann irgendwie weniger Zusammenzeit nehmen, weil man Angst hat, die Leute fahren mit dem Kind in den Urlaub und so.

Letztendlich fehlt mir da eigentlich der Kern der ganzen Geschichte, dass da ein neues Wesen auf die Welt gekommen ist und dass man sich ja erstmal aneinander gewöhnen muss und erstmal zusammen klarkommen muss und dass das halt ein ganz wichtiger Teil ist und da würde ich mir echt wünschen, dass wir als Gesellschafter insgesamt ein bisschen mehr Wert drauf legen würden, dass das halt vorne steht und nicht nur das rein finanzielle oder das rein organisatorische und immer die Angst davor, dass Leute das dann ausnutzen und ja. Und selbst wenn sie in den Urlaub fahren.

Tina (43:33.969)
steh das Problem aber auch nicht. Dann sind die halt im Urlaub, die müssen sich doch immer noch das Baby kümmern. Ob die sich jetzt hier am Baby kümmern oder am Bodensee oder auf Mallorca, es ist völlig egal.

Daniel Schwingenheuer (43:36.819)
Ist doch egal. Kriegen ja trotzdem nicht mehr Geld.

Tina (43:48.301)
Eben.

Rouven (43:49.309)
nicht ohne das Kind fahren könnte man als Regel festlegen.

Daniel Schwingenheuer (43:51.683)
Ja genau, nicht ohne Kind mit Elterngeld. Das wäre doof.

Tina (43:52.749)
Ja, darf.

Selbst dann, wenn das Kind bei den Großeltern ist. Also, komisch, jetzt auch gibt's bestimmt Möglichkeiten.

Rouven (44:00.925)
Nice.

Daniel Schwingenheuer (44:03.859)
Tja Leute, die Elternzeit. Ne, das habe ich auch nicht verstanden. Das ist aber genauso auch mit der Tankpreiserhöhung nur noch einmal am Tag. Das war glaube ich auch allen klar, dass dadurch die Preise nicht runtergehen werden. Aber hey, so ist es Leute, die Elternzeit. Das ist auf jeden Fall eine ganz, besondere Zeit. Wir haben heute mit Tina darüber gesprochen. Wie blickt ihr da drauf? Was würdet ihr im Nachhinein anders machen?

Tina (44:04.893)
Aber dieses Urlaubsargument hab ich auch nicht.

Daniel Schwingenheuer (44:29.903)
Meldet euch doch einfach gerne mal bei uns, sagt uns Bescheid über Instagram oder über unsere Webseite allegutendinge.com, damit vielleicht letztendlich alle so ein bisschen daraus lernen können aus den Erfahrungen, die wir alle zusammen machen. Und wenn ihr Lust habt, auch Teil unseres Podcasts zu werden, dann sagt einfach Bescheid. Das schaffen wir schon irgendwie. Und jetzt gibt es erstmal ein ganz großer Dank an Tina alias Deutsche Reddit.

Checkt den Podcast mal aus, da findet ihr auch direkt eine Folge, in der Rufen und ich am Start sind und Stellung genommen haben zu einem Reddit-Kommentar, über den ich heute noch manchmal bisschen nachdenke, zum Thema Kinderwunsch. Dankeschön Tina, dass du auch bei uns zu Gast warst heute hier.

Tina (45:09.223)
Ja, danke schön, dass ich zu Gast sein durfte. Und ich hoffe, das können wir irgendwann in der Zukunft noch mal wiederholen.

Daniel Schwingenheuer (45:16.602)
Fände ich auch schön, wenn man sich so ab und an mal wieder austauscht und überlegt, was ist eigentlich alles so passiert in der Zwischenzeit. mal gucken, ob du weiterhin dreimal die Woche aufnehmen kannst oder ob das Kind dann so viel dazwischen redet, dass die Arbeit zu schneiden viel zu viel wäre.

Tina (45:32.626)
Das seht ihr ja dann, ich halt euch auf dem Laufenden.

Daniel Schwingenheuer (45:35.57)
Ich bin gespannt und wir hören uns in zwei Wochen wieder. Bis dann Leute, macht's gut.

Rouven (45:41.282)
Danke fürs Zuhören, ciao!

Tina (45:41.965)
Ciao!

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Ein Kind sitzt vor einem Tablet mit Kopfhörern im Ohr
Wie viel Bildschirmzeit bekommt mein Kind?

Wie viel Bildschirmzeit bekommt mein Kind? Eine Frage, die sich ganz zu Beginn der Elternschaft noch herrlich wegschieben lässt, aber spätestens wenn im Sandkasten andere Kinder von PAW Patrol sprechen, müssen Eltern beginnen, sich mit der Frage zu beschäftigen.

Folgencover Folge 33 von Alle Guten Dinge. In der Folge geht es um gesellschaftliche Verantwortung für Erziehung
Gibt es eine gesellschaftliche Verantwortung für Erziehung?

Eltern können nicht 100 % der Erziehung übernehmen, eines unserer Ergebnisse. Und es wäre auch gar nicht gut, denn viele Botschaften im Leben kommen nun mal auch von außen und haben auch nur dann die Wirkung, die sie benötigen.