Du hältst dein neugeborenes Kind in den Händen, schaust in diese interessierten, blinzelnden Augen und spürst, dass dieses kleine Wesen genau dich in den nächsten Jahren brauchen wird. Als Begleiter, um in dieser Welt anzukommen und schließlich seinen ganz eigenen Weg zu finden. Aber in welcher Rolle wirst du Teil dieses neuen Lebens? Wie wirst du sein als Vater? Wenn diese Frage doch so einfach zu beantworten wäre!
Es gibt viele Studien darüber welche Rolle Väter im Leben ihrer Kinder einnehmen. 2023 hat das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) einen Väterreport veröffentlicht, der vor allem auch zeigt, dass die Selbsteinschätzung von Vätern nicht immer mit der Realität übereinstimmt.
Außerdem wurde am Frankfurter Institut für Sozialforschung eine sehr interessante Arbeit durchgeführt.
Die sechs Vatertypen
In ihrer Untersuchung zur Rolle des Vaters in der modernen Gesellschaft identifizieren die Soziologen Andrea Bambey und Hans-Walter Gumbinger sechs unterschiedliche Vatertypen. Diese Typen wurden durch eine Clusteranalyse von über 1.500 Fragebögen ermittelt und durch qualitative Interviews weiter differenziert. Hier sind die sechs Vatertypen mit einer kurzen Beschreibung:
- Der fassadenhafte Vater
Dieser Vater präsentiert sich nach außen hin als engagiert und modern, übernimmt jedoch im Alltag kaum aktive Erziehungsaufgaben. Seine Beteiligung beschränkt sich oft auf symbolische Handlungen, während die Hauptverantwortung bei der Mutter liegt. - Der randständige Vater
Er ist emotional und praktisch kaum in das Familienleben eingebunden. Oft fühlt er sich überfordert oder ausgeschlossen und übernimmt nur minimale Verantwortung in der Kindererziehung. - Der egalitäre Vater
Dieser Vater strebt eine gleichberechtigte Partnerschaft an und beteiligt sich aktiv an der Kindererziehung sowie am Haushalt. Er legt Wert auf eine enge emotionale Bindung zu seinen Kindern und teilt sich die familiären Aufgaben fair mit seiner Partnerin. - Der traditionelle Vater
Er hält an klassischen Rollenbildern fest und sieht sich primär als Ernährer der Familie. Die Erziehung der Kinder und Haushaltsaufgaben überlässt er weitgehend der Mutter, während er sich auf seine berufliche Karriere konzentriert. - Der distanzierte Vater
Dieser Vater zeigt wenig emotionales Engagement gegenüber seinen Kindern und ist selten in alltägliche Erziehungsaufgaben involviert. Seine Beziehung zur Familie ist oft von Distanziertheit geprägt. - Der pragmatische Vater
Er übernimmt praktische Aufgaben in der Familie und unterstützt seine Partnerin, ohne jedoch ein tiefes emotionales Engagement zu zeigen. Seine Beteiligung basiert auf Notwendigkeiten und weniger auf einem inneren Bedürfnis nach Nähe.
Diese Typologie verdeutlicht die Vielfalt väterlicher Rollenverständnisse und zeigt, wie unterschiedlich Väter auf die Herausforderungen moderner Elternschaft reagieren.1
Sei der Papa, der du sein willst!
In der Folge „Sei der Papa, der du sein willst!“ sprechen wir über die sechs verschiedenen Vaterrollen. Wir versuchen uns in die Lebensentwürfe hineinzuversetzen und überlegen, wie ein Alltag aussehen könnte. Natürlich ordnen wir uns auch in eine Schublade ein. Womit können wir uns am meisten identifizieren? Die Antwort ist eigentlich relativ klar: mit dem „egalitären Vater“. Wie ist es bei euch? Lasst es uns gerne wissen. Und hört euch gerne unsere Gedanken zu den verschiedenen Vaterrollen noch einmal an:
Nichts ist in Stein gemeißelt
Jeder von uns hat ein Bild von sich. Wie bin ich als Vater? Häufig ist die Antwort auf die Frage auch das Ergebnis der Vaterrolle, die uns selbst vorgelebt wurde. Oder auch das genaue Gegenteil. Wir haben es in der Folge schon erwähnt, das Schöne und das Anstrengende zugleich ist: Wir können uns umdefinieren!
Der erste Schritt ist die Auseinandersetzung mit den eigenen Verhaltensweisen. Bin ich vielleicht ohne Nachdenken in einer der oben beschriebenen Rollen gelandet, in der ich bei genauerem Nachdenken gar nicht sein möchte? Wir haben das Thema nur relativ kurz besprochen, sind aber der Meinung, dass wir aktiv die Rollen wechseln können. Wie seht ihr das? Und in welche Vaterrollen schlüpft ihr im Alltag? Schreibt uns eure Meinung!
- Transparenzhinweis: Diesen Abschnitt habe ich mit ChatGPT zusammenfassen lassen. ↩︎


