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Folgencover zu Folge 25 - Warum fragen Kinder Warum Fragen?
STAFFEL 1
FOLGE 25

Warum fragen Kinder Warum-Fragen? (WFK)

Nov. 21, 2025 | Podcastfolge | 0 Kommentare

Die Warum-Fragen sind ein ganz besonderer Meilenstein in der Kindesentwicklung. Aus dem bloßen Fragen, was genau etwas ist, wird plötzlich die Frage nach Zusammenhängen. Für viele Eltern ist diese Phase etwas anstrengend, dabei kann sie auch unglaublich spannend sein.

ZUSAMMENFASSUNG

Warum?

Die Warum-Fragen sind ein ganz besonderer Meilenstein in der Kindesentwicklung. Aus dem bloßen Fragen, was genau etwas ist, wird plötzlich die Frage nach Zusammenhängen. Für viele Eltern ist diese Phase etwas anstrengend, dabei kann sie auch unglaublich spannend sein.

In dieser Folge „Wie funktionieren Kinder“ sprechen Daniel und Rouven über unglaubliche Forschungsergebnisse rund um die Warum-Phase. Wusstet ihr, dass Kinder bei der Fragerei ähnlich viel Dopamin ausschütten, wie beim Spielen? Das Neugierigsein macht also glücklich.

Wie viele Warum-Fragen habt ihr schon am Stück beantworten können?

*** Transparenzhinweis: Recherche mit KI-Hilfe, Cover mit KI erstellt ***

TRANSKRIPT
Daniel Schwingenheuer (00:00) Die neue Folge, alle guten Dinge, Rufen und Daniel hier, herzlich willkommen. Rouven (00:04) Hallo zusammen! Daniel Schwingenheuer (00:05) Ja, wir haben heute ein bisschen Probleme gehabt mit dem Internet, aber ganz ehrlich, glaube, so wie das Internet gerade ist, so fühlt sich manchmal mein Gehirn auch an, weil so viel gleichzeitig ist und immer Schlafmangel und so. dann denkst was hab ich gerade erzählt? Ich weiß es nicht. Rouven (00:20) ist das ja perfekt, dann merkt man das hier überhaupt nicht mehr bei uns oder ist es noch schlimmer für alle im Teil? Was ist denn los bei euch? Daniel Schwingenheuer (00:25) Die Aussetzer, war nicht das Internet. wir waren jetzt, wir hatten eigentlich ein total schönes Wochenende. Wir waren auf einer Herbstkirmes mit allen dreien. Alle haben so Kopfhörer bekommen und die beiden Zwillinge, das sieht halt mega süß aus, wenn die Kopfhörer haben, die dann so auch über die Stirn gehen und die Stirn dann so in Falten gelegt wird und die die ganze Zeit so ganz skeptisch gucken auf genau richtig. Und der der Große, der hat einfach, ist auf jedes Karussell einfach drauf gerannt. Und es waren alle vier Großeltern mit dabei. Und ich habe gedacht, Rouven (00:43) Du knautst. Daniel Schwingenheuer (00:53) Was für ein Urvertrauen daran, dass irgendeiner von den Großeltern schon ein Ticket kaufen wird. Ja, ja, das war überhaupt gar kein Problem. Wir sind das erste Mal Achterbahn gefahren. Das war auch schön. So eine Raupen-Achterbahn, der saß die ganze Zeit super konzentriert neben mir. als es zu Ende war, meinte er sofort, zack hier, Hebel wieder runter. Rouven (00:59) Gut, wird aber auch direkt bestätigt, glaube ich, in Sekunden. Daniel Schwingenheuer (01:19) Wir fahren noch eine Runde. Niemand hat mal für mich müssen. Noch ein Ticket kaufen. Irgendjemand muss doch mit dir fahren. dann ist er losgerannt und hat das nächste beste Großelternteil gefunden und gefragt, fährst du mit mir? Rouven (01:21) Sehr gut. das ist doch mega schön. Vor allem daran erinnern die sich ja auch für ewig, ne? Das ist ja... Daniel Schwingenheuer (01:36) Ja, ja, sowohl die Großeltern als auch die Kinder. Rouven (01:41) Das ist schon was schönes. Ich ich hatte letztes mal erzählt, dass wir dann Autoscooter zum ersten Mal gefahren sind zusammen. Das ist halt sowas. Das macht einfach dann Spaß mit denen. Gut soweit. Wir sind jetzt in den letzten Zügen von der Kita-Eingewöhnung von den Kleinen und das hat jetzt ein logistisches Problem erzeugt, warum ich nicht gerechnet habe. Also ich hatte immer gedacht, so die machen das dann zusammen. Aber jetzt hatte sich dann, ja genau die Zwillinge, große, ist ja schon länger in der Kita und Daniel Schwingenheuer (01:46) Ja, ja, ja. Wie's bei euch! Also die beiden Zwillinge oder was? Rouven (02:11) Der Punkt ist, eine wollte dann nicht schlafen und die andere hat geschlafen. Und dann sagt die Kita Bescheid und dann holt man das eine Kind ab und das andere Kind pennt ja. Und dann legt man ihr das andere Kind, das Erste, was nicht schlafen wollte, hin. Jetzt kann man aber ja nicht das andere Kind abholen, wenn es aufwacht, weil das andere Kind ja noch zu Hause schläft, weil diese Zeitdifferenz sich ja nicht überbrücken lässt. Daniel Schwingenheuer (02:16) Schön. Ahhhh Hehehehehe Rouven (02:39) Das würde dann dazu, dass ich dann noch einmal von der Arbeit schnell nach Hause gefahren bin. Wir jetzt irgendwie noch Back-Up-Pläne erzeugt haben dafür. Das wird sich jetzt in ein paar Tagen auch wieder regeln, aber das war es, ich dachte, ich habe gedacht, die Kita nimmt mir was ab. Also zeitlich ändert sich ja für mich nicht so viel, weil die Kinder, wenn ich arbeite, sind die Kinder in der Kita. Aber dass das dann schlimmer wird, die Kita hat ich nicht erwartet. Aber das löst sich jetzt und die haben das jetzt echt gut gemacht. Die haben heute auch da Halligalli den ganzen Tag. Daniel Schwingenheuer (02:51) Ja. Ja, ja. Mhm. Rouven (03:09) Also alles super. Daniel Schwingenheuer (03:13) Großartig, sehr schön. Wir haben uns für heute ein Thema ausgesucht, über das ich im Urlaub gestolpert bin, weil plötzlich bei uns eine ganz besondere Phase losging. Unser Großer fing an mit seinen Warum-Fragen. Warum ist da der Bagger auf dem Grundstück? Warum holt er jetzt Steine? Warum macht er das? Und das sind ja diese schönen Ketten. mit achtmal nacheinander warum fragen und man geht irgendwie immer tiefer ins Detail und eigentlich denkt man selbst schon ich weiß doch auch nicht mehr aber man denkt sich doch wieder eine schöne Antwort aus. Ja genau und da habe ich gedacht da können wir doch eigentlich mal drauf schauen in unserer Rubrik wie funktionieren Kinder warum ist diese warum Frage eigentlich da und warum gibt es diese warum Phase diese Phase beginnt meist das dritte Lebensjahr und kann Eltern Ja, manchmal auch in den Wahnsinn treiben. Rouven (04:11) wenn man uns 20. Mal gefragt wird, warum ist der Himmel blau? Warum kann man sonntags nicht einkaufen? Wächst die Geduld halt auch nicht irgendwie gerade? Aber hinter der ganzen Fragerei steht ein echter, wichtiger Meilenstein in der Kinderentwicklung und der ist evolutionär gesehen sogar genial. Daniel Schwingenheuer (04:26) Also wissenschaftlicher Sicht ist die Warum-Phase Ausdruck einer zentralen Veränderung im Gehirn zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr. Entstehen neue neuronale Verknüpfungen in Bereichen, die für logisches Denken und Sprache wichtig sind. Beides sind Regionen, die ziemlich eng mit der Verarbeitung von Ursache und Wirkung verknüpft sind. Rouven (04:45) Und in dieser Zeit und durch die Fragerei verstehen die Kinder, wie die Welt funktioniert und dass sie Regeln folgt. Und das versuchen sie mit ihren Fragen immer weiter zu entschlüsseln. Und das nennt man dann den Theory of Mind Erwerb. Also Kinder lernen zu verstehen, dass Menschen unterschiedliches Wissen haben, dass es verschiedene Perspektiven gibt und verschiedene Motive gibt, etwas zu tun. Und das Warum hilft immer weiter dabei, diese Perspektiven zu verstehen und auch das Umfeld zu verstehen. Daniel Schwingenheuer (05:09) Ein ziemlich spannender Befund kam da von den Forschern von der Universität Harvard und der Universität von Toronto. Die konnten nämlich zeigen, dass Kinder, denen häufiger ausführlich und geduldig geantwortet wird, dass diese Kinder im Grundschulalter über ein deutlich ausgeprägteres Problemlösungsverhalten und ein höheres Sprachverständnis verfügen. Es geht also nicht nur Wissensvermittlung, sondern kognitive Förderung in Echtzeit. Rouven (05:35) Und man merkt auch, dass die Kinder sich dann immer in gewissen Themenbereichen bewegen. Also wie du eben angesprochen hast, der Bagger oder der Himmel oder der Körper oder Licht und gewisse Bereiche. Man merkt richtig, dass sie immer weiter der Sache auf den Grund gehen wollen. Also kleine Wissenschaftler sind, den Themen der Natur nachgehen wollen. Wie funktioniert etwas Grundlegendes? Wie funktionieren die Prinzipien von etwas und das Schritt für Schritt verstehen wollen? Daniel Schwingenheuer (06:02) Das erklärt dann auch, warum die so hartnäckig nachbohren. Die brauchen nicht unbedingt eine perfekte Antwort, sondern wollen sehen, wie wir Erwachsenen mit Unwissen umgehen. Ein Schlichtes, weil das so ist, beendet dann den Lernprozess sofort. Dann besser mal sagen, hm, pass auf, ich weiß es gerade auch nicht, aber sollen wir mal die Ecke gehen und gucken, wo der Bagger gerade hingefahren ist? Gemeinsam nachforschen, fördert dann sogenanntes metakognitives Lernen, also das Lernen über das Lernen selbst. Rouven (06:28) Was auch ganz interessant ist, nicht alle Eltern müssen sich durch diese sprachliche Warum-Phase quälen, denn in gewissen Indigenvölkern in Lateinamerika, die mehr auf Handlung, also nicht auf Sprach basierend sind, wo die Kinder den ganzen Tag mehr dabei sind und das alles im Fluss lernen und nicht so viel gesprochen wird vielleicht, da gibt es weniger Warum-Phases. Und unserer sehr sprachlich orientierten Welt ist es sehr fokussiert auf diese Warum-Phase. Daniel Schwingenheuer (06:54) Ein Aspekt noch, viele Eltern unterschätzen, das ist die emotionale Dimension dieser Phase. Wenn ein Kind fragt, warum gehst du arbeiten oder warum darf ich nicht mitkommen, dann steckt da häufig kein echtes Informationsbedürfnis hinter, sondern der Wunsch, diese Beziehung zu dem Elternteil und die Sicherheit noch mal zu greifen. Entwicklungspsychologen, nennen das bindungsorientierte Neugier. Rouven (07:20) Hier können die Eltern viel bewegen. Das Verständnis, das Dasein für das Kind, das mit dem Kind sprechen, die Fragen ernst nehmen, das Kind hat, entwickeln dann ein Vertrauen in die Eltern oder denen, der die Fragen beantwortet. Aber auch in seiner Umwelt, dass es denken kann und merkt, ich darf die Welt hinterfragen, es ist richtig, dass ich Sachen hinterfrage und verstehen will, wie etwas funktioniert und da nicht abgedreht werden, sage ich Daniel Schwingenheuer (07:43) Total spannend finde ich auch neurobiologische Untersuchungen, zum Beispiel von der Stanford University, die zeigen, dass während dieses Fragens im Gehirn bei den Kindern die gleichen Belohnungsareale aktiviert werden, wie zum Beispiel beim Spielen. Also es ist für die völlig gleichwertig, ob die uns mit diesem Warum Fragen löchern oder ob die da sitzen und mit dem Zug spielen. Dopamin wird ausgeschüttet, der sogenannte Glücksbodenstoff steigt an und das Gehirn belohnt sich selbst fürs Neugierigsein. Eigentlich total toll. Rouven (08:12) Das heißt ja dann, das Lernen macht den Kindern Spaß. Es fühlt sich gut für sie an, sie wollen lernen. Sie nehmen es für sich mit, dass das was Gutes ist, Fragen zu stellen und machen das immer mehr, sich auch entwickeln zu können. Denn das ist ja essentiell für das Kind, mehr Wissen aufzusaugen, zu verstehen, wie die Umwelt funktioniert und das Ganze zu einem positiven Erlebnis zu machen. Wissen und verstehen, dass das was Positives ist, dass man was wissen möchte. Daniel Schwingenheuer (08:35) Und deswegen machen wir mal einen Strich drunter. Die Warum-Phase ist keine Herausforderung, die man irgendwie überstehen muss, sondern eine einzigartige Gelegenheit. zeigt, euer Kind beginnt gerade aktiv, damit Wissen zu konstruieren, so wie Wissenschaftler das auch tun. Rouven (08:50) Und zusammengefasst, es geht die Bindung zum Kind dabei, die erweiterte Spracheentwicklung und die Hirnentwicklung. Daniel Schwingenheuer (08:57) Also wenn euch eure Kinder morgen fragen, warum sind da Wolken am Himmel und warum kommen da Regentropfen raus und warum sind die nass und warum fallen die auf den Boden? Ja, dann wisst ihr, das ist keine Endlos-Diskussion. Das ist neuronales Wachstum in Aktion. Rouven (09:12) Und damit verabschieden wir uns für heute. Ich hoffe es war interessant für euch und wir sehen uns bald wieder. Daniel Schwingenheuer (09:17) Wie funktionieren Kinder? dann, tschüss! Rouven (09:19) Ciao.

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