TRANSKRIPT
Daniel: Herzlich willkommen zum Podcast Alle Guten Dinge. Wir sind Rouven und Daniel.
Rouven: Hallo.
Daniel: Hallo. Und wir haben gedacht, dass wir unsere Situation mit euch teilen.
Rouven: Denn wir haben beide die Situation, dass wir ein großes Kind, also relativ großes Kind haben und danach Zwillinge hinterhergekommen sind oder kommen jetzt. Also, bei mir ist es der Fall, die sind schon da, voller Freude. Und beim Daniel
steht's noch aus.
Daniel: Es steht noch aus, genau. Wir sind mitten in der Schwangerschaft. Wir haben einen Großen, der wird jetzt zwei Ende des Jahres. Ein Silvesterbaby und die anderen beiden kommen dann wahrscheinlich im März des nächsten Jahres.
Total interessant, Rouven und ich, wir haben zusammen studiert an der, an der FH, schon ewig lange her gefühlt. Und dass wir jetzt exakt die gleiche Situation haben, nur mit einem Abstand von, wie viel, neun Monaten? Nee,
12 Monate?
Rouven: Neun Monate müssten das ungefähr sein.
Daniel: Du hast, du hast eine große Tochter.
Rouven: Und dann kam zwei Jahre und…
Daniel: Mit zweieinhalb Jahren kamen dann die…
Rouven: Kamen die Zwillinge hinterher.
Daniel: Und bei mir ist es halt auch so, dass der Große jetzt zwei wird Ende des Jahres und dann Mitte des nächsten, nicht, nicht Mitte des nächsten Jahres, aber dann im März kommen die Zwillinge hinterher. Ja, und jetzt sitzen wir hier und haben beide dieselbe Situation. Ich glaube, dass ich viel von dir lernen kann und wir haben uns aber beide gedacht, dass es andere, vor allem auch Väter da draußen gibt, die vielleicht in derselben Situation stecken und die auch Lust haben, sich mit uns hier auszutauschen und aus der ganzen Situation zu lernen.
Rouven: Oder andere auch mit einem Kind, glaube ich, weil ich hatte auch mit Kollegen mal gesprochen, die auch nur ein, nur ein Kind oder nur zwei Kinder haben in Anführungszeichen, die aber auch sagen, sie finden das mal ganz interessant, wie man das Ganze in so einer Situation übersteht und vielleicht auch sagen, das ist was, wo ich was von lernen kann oder was draus mitnehmen kann, weil die Situation schon anders wird, wenn man
drei Kinder hat, wovon zwei halt gleichzeitig kommen und sehr auch Bedürfnisse haben, vor allem in den ersten Monaten.
Daniel: Ja. Unser Plan ist einfach, in den nächsten Folgen hier, in den nächsten Wochen, Monaten, Jahren zu erzählen, wie es uns geht, aber zwischendurch auch einfach so ein, so ein paar Hintergrundfolgen zu machen zu Dingen, die man einfach regeln muss, wenn man Eltern wird und genau, lasst euch einfach überraschen. Wir fangen am besten ganz vorne mal an. Wie war für dich die Situation, als du erfahren hast, dass du
noch Zwillinge obendrauf bekommst?
Rouven: Ja, es war ganz, ganz lustig. Ich saß auf der Couch zu Hause, meine Frau hat mich dann angerufen vom, vom Arzt, also vom Frauenarzt. Und ich hatte früher immer gesagt, aus Spaß, ich gehe nach Mexiko, wenn Zwillinge kommen. Das war so, also das ist schon zehn Jahre her, dass ich das gesagt habe, aber ich habe das immer konstant beibehalten.
Daniel: Ja.
Rouven: Und meine Frau hat dann zu mir gesagt: "Ja,
geht nach Mexiko." Und ich war erst so ein bisschen sehr geschockt. Also, das hat wirklich lang gedauert, bis ich das verdaut hatte, weil, ich muss ganz ehrlich sagen, ich hatte für zwei Kinder geplant, auch, sag ich mal, Auto und alles andere. Und dann ist man schon mal sehr überrascht. Dann freut man sich sehr, aber es ist, glaube ich, immer so ein, es ist halt auch ein Schock erstmal.
Wie war es bei dir?
Daniel: Ja, ähnlich, würde ich mal sagen. Ich finde es total interessant, dass du das mit dem Auto sagst, weil komme ich gleich drauf. Also, es war so, dass wir zur Geburt unseres ersten Sohnes haben wir von einer Freundin, die inzwischen in Hannover wohnt, haben wir Esel geschenkt bekommen, so kleine, so kleine Eseltierchen. Zwei große Esel und einen kleinen Esel. Und meine Freundin kam auch wieder nach Hause von der Frauenärztin und war dann noch in einem Spielwarengeschäft gewesen, hatte eine Tüte mit dabei und gab mir diese Tüte, ohne irgendwas zu sagen. Dann habe ich in diese Tüte reingeschaut und da waren halt noch zwei kleine Esel mit drin und ich wusste sofort, was los ist.
Rouven: Schweinerei.
Daniel: Ja, genau. Und interessanterweise bei mir halt auch wie bei dir, dass man erstmal da sitzt und denkt:
"Oh Gott, was ist jetzt passiert?" Und ganz spannend auch, dass also mit die ersten Dinge, die mir dann durch den Kopf gegangen sind, war: Das Auto passt nicht mehr, wir brauchen ein neues Auto. Der Kinderwagen passt nicht mehr, wir brauchen einen neuen Kinderwagen.
Alles so materielle Dinge, wo ich hinterher so drüber nachgedacht habe, wie doof eigentlich, ne? Aber das, das, wenn man halt schon ein Kind hat und plant halt noch ein weiteres Kind, dann denkt man halt so, ja, läuft so mit, man hat ja alles, ne? Passt alles. Und dann in dem Moment realisiert man, nee, es passt eben jetzt alles, alles nicht mehr und man braucht jetzt echt einfach alles neu.
Und das hat dann zwei Stunden gedauert und dann war es auch okay.
Rouven: Ja, das mit dem, mit dem Kinderwagen und den ganzen Sachen, man hat sich halt so gefreut, dass man alles an der Hand hat. Man muss sich eigentlich um nicht mehr viel kümmern und dann ist halt zack, einmal wieder alles, alles auf Null gesetzt. Aber wie du sagst, es ist ja nichts Schlimmes. Man kümmert sich, es ist ja wie, wenn du sagst, du musst einkaufen gehen und Butter kaufen, dann kaufst du halt dann noch einen Kinderwagen. Klar, kostet Geld, aber du kaufst einen Kinderwagen, du kaufst dann halt die Sachen noch mal.
Wir sagen jetzt auch immer, wenn wir Klamotten haben oder wir haben eben drüber gesprochen wegen Winterjacken und diesem und jenem, die sind ja drei Monate auseinander, aber das geht ja größentechnisch meistens noch, die wachsen ja dann nicht mehr so schnell irgendwann.
Ist egal, wir können es einfach kaufen für das eine Kind, weil das wird sowieso verbraucht. Also man hat auch so eine jetzt die luxuriöse Situation, also bei mir sind es ja drei Mädchen, dadurch hat man auch nicht das Thema mit dem geschlechtsspezifische Kleidung, dass man dann sagen kann, die Sachen werden konsumiert. Das ist gar kein Thema. Deswegen dann legt man die halt auf den Dachboden, schweißt die ein und dann holt man die halt zwei Jahre später wieder raus.
Daniel: Ja, irgendjemand wird schon anziehen.
Rouven: Man muss halt jetzt investieren, aber…
Daniel: Ja. Ich habe tatsächlich so ein bisschen so eine Hobby-psychologische Antwort darauf, warum man in dem ersten Moment vielleicht so ein bisschen geschockt ist. Ich nenne es jetzt mal bewusst so. Und zwar habe ich so gedacht, in dem Moment, wo man halt erfährt, okay, die Freundin oder Frau ist schwanger, fängt man ja an, sich so ein, so ein Bild zu malen im Kopf von der Familie, wie man dann aussieht, wenn dann noch ein Kind mit dazukommt. Man geht halt davon aus, dass es nur ein Kind ist.
Und man hat halt Bilder im Kopf von eben den vier Personen, wie man unterwegs ist, wie man im Auto fährt, wie man vielleicht am Strand steht, dass jeder eine Person an der Hand hat. Halt all diese Bilder, die entstehen ja, man hat ja so eine Vorstellung von der Zukunft. Und in dem Moment, wo man dann erfährt, okay, es sind zwei, funktionieren diese Bilder nicht mehr. Man muss halt irgendwie diese, diese Bilder, dieses Gefühl, was man gegenüber sich selbst als Familie in der Zukunft hatte, die muss man in dem Moment wegwerfen.
Und das macht einen vielleicht für einen kurzen Moment traurig, so wie wenn man, wenn man erfährt, okay, der Urlaub, der Skiurlaub, den ich dieses Jahr machen wollte, den machen wir jetzt leider doch nicht. Dann muss man halt die Bilder wegwerfen, wie man auf dem Berg steht und den Berg runterfährt.
Und das passiert in dem Moment halt auch und dann fängt man aber an, oder habe ich bei mir festgestellt, dass ich anfange, neue Bilder zu kreieren, wie man halt zu fünft aussieht und irgendwann nach zwei Stunden denkt man, das ist ja, sind ja auch schöne Bilder und in dem Moment, also zwei Stunden später habe ich schon gedacht, wenn mir jetzt jemand sagen würde, war ein Fehler, ist doch nur ein Kind, da wäre ich schon traurig gewesen.
Rouven: Also das ist echt schnell, muss ich sagen, aus meiner Sicht. Also bei mir hat das länger gedauert, muss ich sagen.
Das hat wirklich erstmal so ein bisschen, musste ich das sacken lassen. Ich weiß gar nicht, warum, aber…
Also ich habe schon so meine, meine ein, zwei Wochen dafür gebraucht, bis ich da…
Daniel: Ein, zwei Wochen?
Rouven: Ja, bis ich das irgendwie so verkaspert hatte für mich, weil ich dachte so,
viel.
Daniel: Ja.
Rouven: Aber ich glaube, da geht auch jeder anders mit um. Aber ich habe jetzt, was du jetzt sagst mit diesen Bildern, ich habe gar nicht so den, also unterbewusst, ich mache, ich glaube, das ist auch so ein bisschen der Arbeit geschuldet. Ich habe aber 40 Szenarienpläne für alles im Kopf und dann geht halt das bei mir los erstmal. Was mache ich mit welcher Variante? Dann ist da was und sowas und links was und rechts was.
Und vielleicht ist es dann das, dass man Sachen auch völlig überdenkt dabei, dann denkt man wieder, das war, was kann denn alles passieren, dann hat man zwei und das und jenes.
Da fehlt vielleicht manchmal die Ruhe so ein bisschen, dass man das in Ruhe durchdenkt und in Ruhe abarbeitet. Aber das kam dann irgendwann und jetzt ist es, ja, möchte man auch keins mehr missen. Momentan verwechsle ich sie immer, jetzt sehen die beide gleich aus. Vorher sahen sie nicht gleich aus, jetzt sehen sie gleich aus. Wir sind auch noch am diskutieren, ob es nicht doch eineiig sind.
Wir sind uns also jetzt momentan…
Daniel: Das ist spannend, ne? Wir haben tatsächlich jetzt auch das Thema gehabt. Da können wir vielleicht mal irgendwann eine eigene Folge drüber machen.
Dass wir in der Uniklinik waren hier in Köln und uns der Professor, der Arzt da gesagt hat, dass, dass man eigentlich gar nicht, also in vielen Fällen kann man gar nicht wirklich sagen, sind sie jetzt zweieiig oder eineiig, weil es viel mehr Fälle gibt, wo sie eineiig sind, als man so landläufig denkt. Bei uns ist auch so, es gibt zwei Fruchtblasen und trotzdem aber die Möglichkeit, dass sie eineiig sind. Und ich habe immer gedacht, okay, wenn sie eineiig sind, dann sind sie in derselben Fruchthülle und dann selbe Geschlecht natürlich sowieso.
Aber sie brauchen auf jeden Fall dieselbe Fruchthülle, aber ich wusste nicht, dass wenn sie, wenn sie zwei Fruchthüllen haben, dass sie dann trotzdem eineiig sein können.
Rouven: Ja, das wusste ich nämlich auch nicht. Also bei uns ist auch getrennt, das ist ja die sicherste Variante für die Kinder, wenn die getrennt sind mit zweimal Plazenta und allem, dass da nichts passieren kann, während der, oder weniger passieren kann während der Schwangerschaft.
Aber ja, man, man sagt, die sind nach einem Jahr, kann man das gut sehen, ob die dann wirklich eineiig sind oder nicht. Also am Anfang sind die sich halt ähnlich, dann wachsen die aber auch noch ein bisschen verschieden oder sowas.
Ich bin mal gespannt. Dann wäre es sehr lustig, dann werden die nämlich, habe ich gestern schon gesagt, zu Halloween als Shining Mädchen verkleidet. Dann kriegen die diese, diese Kleidchen an und dann können die, kann man da ein bisschen Blödsinn mit machen, wenn die sind. Aber mal gucken. So oder so.
Daniel: Gab es für dich eigentlich einen Moment, wo du gedacht hast, ja, ab jetzt bin ich fein damit? Wenn du sagst, es, dass es ein, zwei Wochen gedauert hat?
Rouven: Und was hast du gemacht in den ein, zwei Wochen?
Daniel: Ja, dann hat man das halt irgendwie, weiß nicht, miteinander diskutiert über die Themen oder geredet, was man halt so, wie macht man es.
Rouven: Wir haben ja die luxuriöse Situation, dass wir genug Räume jetzt gerade haben. Wir waren ja vorher gerade umgezogen, ein Jahr vorher und haben zum Glück genug Platz für alle.
Dass man halt überlegt hat, wie macht man es? Einfach wirklich so die logischen Abläufe, was braucht man, was holt man und so. Und dann bin ich, wenn ich meinen Plan wieder habe, ich brauche so meinen, meinen Plan in die Zukunft, einen groben, dann bin ich auch wieder ruhig und habe das wieder sortiert. Und das war halt das, was so in den ein, zwei Wochen passiert ist, dass man halt überlegt hat, wie geht man damit um? Auch wer wird, sag ich mal, wer wird Pate? Das hat ein bisschen länger gedauert, aber dass man so ein paar Themen einfach abgehakt hat hintereinander.
Und dann war es wieder stabil.
Daniel: Okay. Wie lange habt ihr das denn eigentlich für euch behalten, bevor ihr das weitererzählt habt?
Rouven: Ist eine sehr gute Frage. Also normalerweise ist ja mal so die Schonfrist, die man immer hat, die drei Monate, die man…
Daniel: Habt ihr echt eingehalten?
Rouven: Haben wir, ja, ich kann es gar nicht mehr genau sagen. Ich glaube, ganz im, ganz engen, engen Kreis etwas früher, aber ansonsten haben wir uns da schon zurückgehalten, weil natürlich auch dann ein gewisses Risiko noch höher ist.
Daniel: Das stimmt.
Rouven: Dass irgendwas passiert.
Daniel: Ja. Man, also man sagt es, es stimmt ja auch, ne? Irgendwie bis Ende dritter Monat oder so, ist das Risiko ja höher, dass, dass noch was passiert.
Ich habe tatsächlich für mich immer gedacht, also jetzt bei, bei vielen Freunden, wo ich denke, okay, das sind wirklich Freunde, nicht nur Bekannte, habe ich es auch einfach vorher schon erzählt, weil ich immer gedacht habe, wenn dann wirklich was passiert, würde ich es ja auch erzählen.
Also, wenn bei den Leuten, jetzt bei dir oder so, wir sind halt, glaube ich, ganz gute Freunde. Und ich halt denke, wenn was passieren würde, dann würde ich dir ja hinterher auch erzählen, dass meine Freundin schwanger gewesen ist und dass es dann halt nicht funktioniert hat, dann kann ich es auch vorher erzählen, dass sie schwanger ist. Und das war irgendwie immer so mein Ansatz, dass ich gedacht habe.
Rouven: Ist auch, ist auch völlig legitim. Ich bin ja auch der Verfechter von, man spricht über Themen eher als nicht. Ist halt einfach, ja, wie gesagt, wir haben es, wir haben es ein paar Leuten erzählt, aber wirklich erstmal in kleiner Runde.
Daniel: Ja.
Meine auf der anderen Seite hast du natürlich auch das Problem, wenn du das jetzt sofort rausposaunst und jeder das weiß, dass wenn dann wirklich was passiert, dann fragt halt auch jeder nach, wie ist es denn, wie geht's euch denn? Und dann stehst du halt immer wieder vor der, vor der Zwangsläufigkeit zu erzählen, dass es nicht funktioniert hat, ne? Also…
Rouven: Also, ich glaube, es ist wichtig, dass man das mit jemandem teilt außerhalb seines Bereiches auch, damit man, also man freut sich ja auch und man braucht ja immer mal einen Wind außerhalb, vor allem bei so einem, ich sag mal wichtigen Thema und dass es auch mehr als eins ist, weil das eine ja auch beschäftigt. Aber dass man es halt auch nicht an die große, große Glocke hängt. Es ist ja jeder verschieden dabei, ne? Es gibt Leute, da ist nie was schiefgegangen, die sagen das ab dem ersten Tag, bei anderen passiert öfter was, dann ist man vorsichtig.
Deswegen, drüber sprechen, ja, zu vielen Leuten dann wieder nicht, ne? Weil wie du sagst, dann muss man wieder zu viele wieder abklappern und sagen, klappt nicht. Dann sieht man vielleicht jemanden, weiß ich nicht, ein paar Wochen, drei Monate nicht und er sagt dann: "Oh, wie ist es denn?" und dann wird man wieder zurück reingeworfen, deswegen. Ich habe mich auch gefreut, du hast mir das ja auch geschrieben, relativ früh.
Daniel: Ja, also tatsächlich, du warst mit einer der ersten Personen, die es erfahren hat.
Rouven: Vielleicht ja auch ein bisschen der Situation geschuldet. Ich kann es auch noch mal kurz erzählen. Ich war ein bisschen irritiert und der Daniel hat mir "Zwillinge" geschrieben per WhatsApp. Und ich habe dann davor gesessen und habe gedacht:
Daniel: "Dankeschön."
Rouven: Ich habe, ich habe, man muss sagen, ich habe nichts anderes geschrieben. Ich habe nur "Zwillinge" geschrieben.
Daniel: Und du wusstest noch nicht mal, dass meine Partnerin schwanger ist.
Rouven: Ich wusste noch nicht mal, ob ihr jetzt plant, dass es weitergeht. Also ich war mir, müsste ich jetzt lügen, wenn ich sage, ich wäre mir ganz sicher. Und dann habe ich das gelesen und habe gedacht: "Lieber Daniel, danke, ich weiß, dass ich Zwillinge habe und die halten mich auch auf Trab."
Und dann hat das bei mir auch so ein bisschen gedauert und dann habe ich direkt angerufen, weil ich dachte: "Ah, oh!" Und ich muss sagen, ich habe mich ein bisschen, das klingt jetzt ein bisschen gemein, aber ich habe mich ein bisschen gefreut, dass ich nicht alleine an der Front stehe.
Also man, es ist schon mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Einerseits sagt man, es ist sehr schön, ne? Man freut sich drüber. Auch für den anderen. Andererseits denkt man so, der arme Tropf hat das jetzt auch und hat jetzt auch gut zu tun. Aber andererseits hat man, okay, man hat das jetzt, war jetzt auch das hier, was dieses unser gemeinsames Projekt, was entstanden ist, hat man mal jemanden zum Reden drüber und zum Austauschen. Also es ist einerseits schön. Will jetzt nicht sagen, man wünscht es, man wünscht es keinem. Manchmal denkt man sich so, man wünscht, manche wünscht man es mal, die, die ein bisschen, die meinen, das ist alles sehr einfach. Aber war sehr schön, ich habe mich drüber gefreut.
Daniel: Dem Ganzen ist vorausgegangen, dass ihr zur Geburtstagsfeier von unserem großen da wart und da haben wir, glaube ich, erfahren, dass ihr Zwillinge bekommt, ne? Ihr seid reingekommen und deine Frau hat halt dann schon einen ordentlichen Schwangerschaftsbauch und dann habt ihr halt sofort gesagt, ja, es sind zwei. Und unsere Reaktion war auch nach dem Motto: "Oh Gott!"
Und ich habe in dem Moment, habe ich schon gedacht, oh Gott, vielleicht habe ich, vielleicht habe ich falsch reagiert, dass das Schicksal denkt, oh Gott, das machen wir mit euch auch.
Rouven: Alle, alle Karma-Gummipunkte aufgebraucht. Ich habe jetzt viele, was heißt viele, aber einige gehört, die jetzt in der Situation sind und auch überlegen, zweites Kind und dann gesagt haben: "Wenn ich das sehe, wenn, also das Risiko, ja, das Risiko ist, es ist mir zu hoch das Risiko." Oder sagen, wenn man es halt sieht, das ist ja so ein, so ein statistischer oder so eine Wahrnehmungsfehler des Menschen, wenn es um einen ein paar Mal passiert, denkt man, das ist die Referenz.
Daniel: Ja, ja, genau.
Rouven: Ist ja natürlich, aber es ist ja nicht die Norm, dass man Zwillinge bekommt, auch wenn das irgendwie momentan doch mehr ist.
Daniel: Gefühlt, gefühlt, ja.
Rouven: Ja, aber auch ungefühlt. Also, es sind schon einige. Und können wir auch mal irgendwann drüber reden, höchstwahrscheinlich, wo es herkommt. Das ist ja auch in dem Alter der Frauen liegt und so weiter und so fort. Das ist ja, wenn das später ist.
Daniel: Dann suchen wir mal Zahlen raus, ja.
Rouven: Richtig Karma.
Äh, jetzt habe ich den Faden verloren, aber das können wir schneiden, das ist gut.
Daniel: Ja, wir können es auch einfach drin lassen, ist ja normales Gespräch hier. Was, was ich fragen wollte, du hast mir dann als erstes geschrieben, mein Glückwunsch und mein Beileid.
Rouven: Ja. Das ist das Lachen und das Weinen.
Daniel: Das ist ganz, ganz treffend zusammengefasst. Wie, wie waren denn so die Reaktionen bei euch?
Rouven: Ich, also größt, also, was heißt größte, eigentlich alle haben sich gefreut, weil, ich sag mal so, in letzter Konsequenz haben die ja nicht das Problem, die Leute. Nee, es haben sich alle gefreut und ich glaube, über Zwillinge freuen sich alle noch mal besonders. Der Kern, der sehr oft kam von älteren Personen ist: Holt euch Hilfe, so viel ihr könnt. Und das kann ich auch wirklich nur weitergeben. Man lächelt da drüber, aber holt euch Hilfe, so viel ihr könnt, vor allem am Anfang. Also, die ersten sechs Monate, ich bin jetzt Monat fünf, sechs, sechster, fünfter Monat, jetzt fünfter Monat. Ähm, man hat keine Hände frei.
Daniel: Ja.
Rouven: Und man, es ist etwas anderes, als wenn man ein Kind bekommt noch zusätzlich.
Also es ist wirklich eine andere Situation. Ich denke, wir werden dann noch mal im Detail auf das Zeitmanagement oder auf, auf die Zeit mal eingehen.
Daniel: Da bin ich gespannt auf deine Tipps, weil wir sind ja jetzt noch nicht in der Situation. Es geht ja jetzt so, es dauert noch ein bisschen, bis es losgeht, aber da bin ich mal gespannt, was du sagst, so zu den ersten Monaten, was man da am besten macht.
Rouven: Ja, überleben. Überleben. Ja, nein, das ist wirklich, also es ist, ich habe wirklich intensiv drüber nachgedacht, ob es da eine Möglichkeit gibt, da sehr gut durchzugehen, jetzt ohne sich eine Nanny zu holen oder sonst irgendwelche, also so eigenständig mit auch mit Hilfe. Aber ich glaube, es ist so ein, so ein Durchschleifen an der Stelle. Also das wird einfach darauf hinauslaufen, wenn zwei, drei Faktoren zusammenkommen an der Stelle, dass man da auf die Backup-Reserve läuft.
Daniel: Mhm, hm.
Rouven: Und da ist wieder der Punkt mit der Hilfe, dass man sagt, man holt sich irgendwo Hilfe, die sagen, sie nehmen mal dann den Großen oder machen mal, bringen was zu essen mit oder wie auch immer, dass man da sagt, das nimmt man auch dankend an und nimmt es auch in Anspruch, weil die Leute machen das wirklich gerne.
Daniel: Ja.
Rouven: Hängt auch vom Typ ab. Ich bin immer so ein Typ oder war eher so ein Typ, der sagt, das muss ich auch irgendwie alleine schaffen alles oder das muss man auch selber schaffen. Aber das kann und sollte und muss man in der Situation dann auch ablegen.
Daniel: Ja. Ja, ich glaube, also ich glaube, da müssen wir wirklich mal eine ganze Folge drüber machen. Das, was ich mit einem Kind jetzt schon gemerkt habe, auch da ist es ja manchmal so, dass dann, dass es mit dem Schlafen schwierig ist oder irgendwie was anderes schwierig ist.
Es geht halt immer weiter, ne? Also es ist echt so, auch wenn, wenn dann abends nicht geschlafen wird, mit jeder Minute, die man da steht im Schlafzimmer, kommt man halt näher zu dem Punkt, wo das Kind dann irgendwann schläft.
Und ich glaube, dass, dass das eigentlich ein ganz gutes Mantra ist, wahrscheinlich auch mit zweien. Vielleicht sage ich es hinterher anders, aber natürlich gibt es dann so Phasen, wo man halt das Gefühl hat, es ist unfassbar anstrengend, aber mit, mit jeder Minute, mit jeder Stunde, mit jedem Tag, den man dann geschafft hat, kommt man auch näher an einen Punkt dran, wo es dann wieder einfacher wird.
Rouven: Bin ich völlig bei dir. Das ist das, was man schnell vergisst. Man hat, man projiziert immer das, was man jetzt hat, theoretisch in die unendliche Zukunft. Man sagt so, also, mir passiert das öfter, dass man dann sagt, boah, das hält man ja nicht ewig aus, so, dass das so ist und irgendwie dauert es manchmal nur eine Woche oder zwei Tage und auf einmal ändert sich was signifikant. Und manchmal ist es dann bei mir die Große, die auf einmal ganz anders mit den Kleinen umgeht. Die Kleinen werden robuster. Man hat am Anfang halt auch die Sorge, dass die irgendwie miteinander in der Interaktion sind, weil, ne, die Große mit zweieinhalb, die Kleinen sind am Anfang auch nicht ganz so stabil.
Ja, da muss, muss man wirklich aufpassen am Anfang. Das ist ja nicht, nicht ungefährlich, wenn die überschwänglich sind. Die sind ja noch sehr zerbrechlich, vor allem, wenn die ein bisschen früher kommen. Und das stabilisiert sich dann aber auf einmal an mehreren Fronten, weil man vergisst halt auch, oder man vergisst schnell, dass das große Kind sich ja auch noch signifikant entwickelt in diesen Phasen. Und dann hat man auf einmal ein Kind, was noch mehr kann und einem noch helfen will und unterstützt und total lieb ist. Und gleichzeitig sind die Kleinen gar nicht mehr so klein, dass sie auf einmal wieder schon sitzen können und auf einmal hast du die dann Prognose, sage ich mal, mit Weihnachten mit Bauklötzen da sitzen und diese, die sitzen dann in ihrem Stillkissenring und fangen an zu spielen und das andere Kind bringt denen schon wieder was zum Spielen. Und auf einmal hast du wieder was Ruhe drin.
Daniel: Ja.
Rouven: Aber andererseits kommen auch so lustige Sachen rein, die ein totales Chaos stiften, wie z.B. irgendwann wird halt der Mittagsschlaf abgesagt. Ich weiß gar nicht, ist bei euch noch Mittagsschlafzeit? Gibt's noch?
Daniel: Ja, theoretisch schon, aber wir hatten tatsächlich gestern, gestern wurde in der Kita einfach nicht geschlafen. Also, das war, es war keine Option, da schlafen zu gehen. Stattdessen wurde Buch gelesen und ja, also von jetzt auf gleich ist es dann einfach kein Thema mehr, nachdem es einfach monatelang das Schönste der Welt war, den Mittagsschlaf zu machen.
Rouven: Obwohl ich jetzt, ja, also das ist dann noch mal so ein Umbruch. Das kann halt ganz schnell in die Binsen gehen. Was wir dann hatten war, sie hat in der Kita geschlafen und war dann…
Daniel: Aber bei euch nicht.
Rouven: Aber bei uns nicht mehr. Und dann hast du das, ist das Kind unter der Woche um 9 Uhr, die war eh schon immer spät ins Bett, um 9 Uhr ins Bett gegangen oder um 9 Uhr erst geschlafen mit viel rum auch rum. Und am Wochenende war dann maximales Chaos, weil sie völlig aus dem Takt war. Also die ist dann, hat nicht geschlafen, dann war die ab 17 Uhr müde, wollte aber erst um 9 Uhr ins Bett.
Daniel: Ja, ja.
Rouven: Und dann haben wir das irgendwie mit der Kita geraffelt, dass die auch das, sie, sie nicht mehr schlafen legen aktiv.
Daniel: Ja.
Rouven: Und jetzt muss ich sagen, das dankbarste der Welt gestern, 12 Minuten, war das Kind am Pennen.
Daniel: Gestern Abend.
Rouven: Gestern Abend, um 19 Uhr ins Bett. Die gehen wir jetzt hoch. Ist ja, okay, dann gehen wir jetzt hoch. Dann macht man sich fertig, ne? Bett fertig, alles rundherum Programm. Einmal fertig machen, hingelegt, zwei Geschichten, weg. Und das war vorher hat das eine Stunde gedauert, dreiviertel Stunde. Und jetzt ist das halt so und dann jetzt sind die Kleinen natürlich dann, die machen sich gegenseitig wach. Da kommen wir dann auch noch zu. Wieder wie gut das dann funktioniert in der Freizeit abends. Aber das ist schon mal viel wert, wenn das eine Kind gut schläft und man weiß, das ist stabil. Und wenn dann noch ein Zwilling wach ist, der andere schläft vielleicht, oder man legt die dann auf sich drauf, dann kann man sich auch wieder bewegen. Das Schlimmste am Anfang war wirklich die Situation, die Unterzahl und du kannst nichts machen. Also wirklich, du hast zwei Kleine, die wirklich Einzelbetreuung brauchten, weil man die auch noch nicht so packen konnte. Jetzt kann man die ja doch zu zweit tragen, die sind schwerer, aber die sind halt robuster. Und das dritte Kind wird wach und will was.
Daniel: Ja, ja, ja.
Rouven: Also du hast einfach, du kannst Ressourcentechnisch das nicht erfüllen.
Daniel: Ja.
Rouven: Und es ist immer so ein Damoklesschwert, was drüber schwebt. Also, es ist gar nicht so oft aufgetreten die Situation, ich sag jetzt mal, fünfmal oder so aus dem Bauch raus. Aber man hat das die ganze Zeit im Hinterkopf. Und es lässt einen dann nicht entspannen an der Stelle. Und das ist halt ganz schwierig. Vielleicht ist es auch mein persönliches Empfinden immer nur, also dass ich da mich durch aus der Ruhe bringen lasse. Aber man muss sich dessen auch bewusst sein, es tritt nicht so oft auf. Es ist gar nicht so schlimm und im Zweifel, ja, dann muss der eine betüdelt halt beide auf auf der Couch und der andere Entschuldigung, der andere rennt dann los und dann ja, manchmal ist das so.
Daniel: Es ist wie die Reise nach Jerusalem, nur dass du der Stuhl bist, ne?
Rouven: Jawohl.
Daniel: Immer einer zu wenig.
Rouven: Und du lehnst, und du lehnst an der Wand und in dieser Stützhaltung und die setzen sich auf dich drauf. So, so ist das Gefühl ein bisschen.
Daniel: Ein schönes Ende der ersten Folge, würde ich sagen.
Rouven: Finde ich auch. Hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich hoffe, es war auch interessant für unsere etwaigen Zuhörer.
Daniel: Also, was diese erste Folge für mich noch mal gezeigt hat, ist, dass es ganz, ganz viele Themen gibt, über die wir noch mal detailliert sprechen sollten und das ist einfach eine große und tolle Reise, die wir vor uns haben. Und auch wenn man natürlich viel darüber spricht, dass es anstrengend ist, am Ende ist auch einfach toll, Kinder zu haben. Wir hören uns nächste Woche wieder.
Rouven: Vielen Dank fürs Zuhören.
*** Erstellt mit Gemini AI ***